Die Objektauswahl

Die einzelnen Gruppen von Beobachtungsobjekten werden in den folgenden Kapiteln vorgestellt. Hier soll nur auf die Faktoren eingegangen werden, die die Sichtbarkeit beeinflussen.

Die scheinbare Helligkeit gibt an, wie hell ein Objekt ist. Je größer seine Helligkeit, desto dunkler ist ein Objekt. 0m entspricht sehr hellen Sternen, Sterne mit 6m sind gerade noch für das bloße Auge sichtbar – zumindest unter idealen Bedingungen. Die Sonne hat eine scheinbare Helligkeit von -27,0m, Sirius im Großen Hund hat als hellster Stern -1,5m, und Wega in der Leier ist 0,03m hell. Am gesamten Himmel sind etwa 6000 Sterne heller als 6,0m und somit noch gut für das bloße Auge sichtbar, unter optimalen Bedingungen können geübte Beobachter aber auch noch schwächere Sterne erkennen.

Die Helligkeit wird dabei logarithmisch angegeben. Ein Stern erster Größe leuchtet also nicht doppelt so intensiv wie ein Stern zweiter Größe, sondern gleich 2,5 mal heller. Ein Stern dritter Größe ist 2,5 × 2,5 = 6,25 mal lichtschwächer als ein Stern erster Größe und so weiter.

Bei ausgedehnten Objekten entspricht die scheinbare Helligkeit der Helligkeit, die ein Objekt hätte, wenn es punktförmig wäre – da sich die Helligkeit auf eine größere Fläche verteilt, sind die meisten Sternhaufen, Nebel und Galaxien dunkler, als man von ihrer scheinbaren Helligkeit her erwarten könnte. Aufschlussreicher ist die Flächenhelligkeit. Sie gibt die Helligkeit pro Fläche an und lässt eher Rückschlüsse auf den wirklichen Anblick zu, ist aber nur schwer zu bestimmen.

Der Durchmesser von Himmelsobjekten wird in Grad angegeben. Entsprechend einem Vollkreis oder dem Erdglobus ist auch der Himmel in 360° (Grad) unterteilt, ein Grad ist jeweils in 60’ (Bogenminuten) unterteilt. Eine Bogenminute ist wiederum in 60” (Bogensekunden) unterteilt. Der Vollmond hat wie die Sonne und der Sternhaufen der Plejaden einen Durchmesser von etwa 0,5°, das Sternpaar Mizar und Alkor (der mittlere Kastenstern des Großen Wagen, der gerade noch mit bloßem Auge zu trennen ist), steht 12’ auseinander. Da viele Größenangaben auf fotografischen Vermessungen beruhen, erscheinen die meisten Objekte visuell kleiner als laut Katalog zu erwarten wäre.

Bei Doppelsternen findet sich häufig die Angabe des Positionswinkels. Wenn man vom helleren Stern eines Doppelsterns eine Linie zum Himmelsnordpol zieht, gibt der Positionswinkel an, wie groß der Winkel zwischen dieser Linie und der dunkleren Komponente des Sternpaars ist.

Aus dem Gesichtsfeld des Feldstechers (meist fünf bis sieben Grad) und dem Durchmesser der Objekte kann man die Größe im Fernglas abschätzen, und die Helligkeit gibt Hinweise darauf, ob man überhaupt etwas erkennen kann. Im Fernglas sind unter idealen Bedingungen Objekte bis etwa 10 oder 11m sichtbar, durch Lichtverschmutzung und schlechte Sichtbedingungen sinkt die Grenze. Auch dann können die Objekte zwar noch sichtbar sein, aus einem prächtigen Anblick wird aber rasch ein eher schwacher Nebelfleck, der im Himmelshintergrund „absäuft“.

Die Grenzgröße lässt sich leicht anhand der Sternhelligkeiten des Kleinen Wagens bestimmen. Die Zahlen neben den Sternen geben ihre Helligkeit an.
Die Grenzgröße lässt sich leicht anhand der Sternhelligkeiten des Kleinen Wagens bestimmen. Die Zahlen neben den Sternen geben ihre Helligkeit an.

Grenzgröße und Himmelshelligkeit lassen sich sehr schön an den Sternen des kleinen Wagens ablesen, da er Sterne fast jeder Größe enthält – je weniger von ihm zu sehen ist, desto weniger wird auch im Fernglas zu sehen sein.

Sobald sie eine Liste mit sehenswerten, interessanten oder auch nur eventuell sichtbaren Zielen erstellt haben, können Sie sich an die Beobachtung machen.

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