Offene Sternhaufen, Asterismen und Assoziationen

Egal ob mit bloßem Auge oder im größten Teleskop: Die Sterne sind nicht gleichmäßig am Himmel verteilt, sondern bilden kleinere und größere Gruppen.

Wer nur „spazieren sieht“, kann sich an Sternhaufen schnell satt sehen. Wenn man nicht bewusst beobachtet, erblickt man nur einen Haufen Sterne. Sternhaufen werden erst dann wirklich reizvoll, wenn man sie sich genauer ansieht. Dann lassen sich nämlich Muster in ihnen erkennen. In einigen Sternhaufen prägen Sternenketten das Bild, andere werden dagegen von wenigen hellen Sternen dominiert oder haben eine charakteristische Form, die an Gegenstände oder Buchstaben erinnert. Erst durch den Vergleich verschiedener offener Sternhaufen miteinander wird ihre Formenvielfalt deutlich. Gerade hier lohnt es sich, ein kleines Beobachtungsbuch zu führen, um Beschreibungen oder auch kleine Skizzen festzuhalten.

Wie groß Sternhaufen sein können, sieht man bei dieser Begegnung zwischen Mond und Plejaden. Aufnahme mit 135 mm Brennweite.
Wie groß Sternhaufen sein können, sieht man bei dieser Begegnung zwischen Mond und Plejaden. Aufnahme mit 135 mm Brennweite.

Der Begriff Asterismus bezeichnet zufällige Sternmuster, die nur durch einen perspektivischen Effekt entstehen. Ähnlich wie bei optischen Doppelsternen stehen hier mehrere Sterne in der selben Blickrichtung, aber in unterschiedlichen Entfernungen, und bilden ein markantes Muster am Himmel. Bekannte Asterismen sind zum Beispiel der „Kleiderbügel“ (Collinder 399 im Sternbild Füchschen) oder der „Verlobungsring“ in der Nähe des Polarsterns, aber auch die Sternbilder lassen sich als sehr große Asterismen bezeichnen.

Offene Sternhaufen sind junge Gruppen aus meist hellen, blauen Riesensternen, die erst vor wenigen Millionen Jahren gemeinsam aus einer Gaswolke entstanden sind und daher auch räumlich nahe beieinander stehen. Im Lauf der Zeit entfernen sich die Sterne immer weiter voneinander, bis der Haufen sich nach einigen hundert Millionen Jahren aufgelöst hat. In dieser Zeit umrundet er die Galaxis mehrmals, und die massereichsten Sterne, die ihren Wasserstoffvorrat am schnellsten verbrauchen, beenden ihren Lebenszyklus. Anhand der Konzentration der Sterne und des Anteils der jungen, blauen Riesen lässt sich abschätzen, wie alt ein Sternhaufen ist. Die Konzentration eines Sternhaufens hängt allerdings auch von seiner Entfernung zur Sonne ab: Nahe Sternhaufen erscheinen ausgedehnter als weit entfernte. Weit entfernte Sternhaufen schimmern nur als kleiner Lichtfleck, der erst bei hoher Vergrößerung in einzelne Sterne aufgelöst werden kann, während nahe Sternhaufen so groß sind, dass sie nur in einem Fernglas als Haufen wahrgenommen werden können – Plejaden und Hyaden zum Beispiel sind so ausgedehnt, dass sie nicht mehr in das Gesichtsfeld großer Teleskope passen, und die fünf Sterne des Großen Wagens, die zu dem Sternhaufen Collinder 285 gehören, erwecken kaum den Eindruck, als würden sie zusammen gehören.

Stern-Assoziationen sind ausgedehnte Gruppen von jungen, heißen Sternen, die zwar wie die Sterne in offenen Sternhaufen gemeinsam entstanden sind und sich auch in die selbe Richtung bewegen, allerdings zu weit voneinander entfernt sind, als dass die Schwerkraft sie noch zusammenhalten könnte. Mit Durchmessern zwischen 100 und 600 Lichtjahren sind sie sehr ausgedehnt, sie markieren Teile der Spiralarme unserer Galaxis. Zu den bekanntesten und schönsten Sternassoziationen gehört die Perseus OB-3-Assoziation (α-Persei-Assoziation oder Melotte 20) rund um α Persei.

Sternwolken sind sternreiche Gebiete an unserem Himmel, in denen eine Vielzahl von Sternen und Sternhaufen nahe beieinander stehen. Vor allem das Sternbild Schütze ist für Sternwolken bekannt, da wir dort in die Richtung des sternreichen Zentrums unserer Galaxis sehen.