Pegasus

Dieses große Sternbild fällt vor allem wegen der drei Sterne auf, die zusammen mit α Andromedae das Herbst- oder Pegasusviereck bilden. Ansonsten enthält der Pegasus nur wenige helle Sterne, und selbst für ein kleineres Teleskop gibt es nur wenige interessante Ziele. Im Pegasus blicken wir aus der Milchstraßenebene heraus, erst in 45 Millionen Lichtjahren Entfernung befindet sich mit NGC 7331 die nächste Galaxie.

β Pegasi ist ein orangefarbener Stern in 199 Lichtjahren Entfernung. Seine Helligkeit schwankt langsam und in unregelmäßigen Abständen zwischen 2,1 und 3,0m. Zum Vergleich bieten sich die übrigen Sterne des Herbstvierecks an. Dabei lohnt auch ein Blick auf die Farben der Sterne: Der 2,8m helle γ Pegasi erscheint bläulich, während sowohl der 2,5m helle α Pegasi als auch der 2,1m helle α Andromedae eher bläulich-weiß wirken.

51 Pegasi ist ein unauffälliger, 50 Lichtjahre entfernter Stern, der 1,3 mal heller als unsere Sonne ist. Mit 5,5m ist er in guten Nächten mit bloßem Auge etwa auf halber Höhe zwischen α und β Pegasi zu finden, auf der Verbindungslinie zwischen α und μ Pegasi. Auch im Teleskop wirkt er unspektakulär. Er wurde 1995 berühmt, als Michel Mayor und Didier Queloz von der Genfer Sternwarte einen Planeten mit einer halben Jupitermasse nachweisen konnten – den ersten außerhalb des Sonnensystems. Den Hinweis lieferten leichte Veränderungen in der Position des Sterns, die nur im Spektrum des Sterns zu bemerken waren. Der Planet ist lediglich sieben Millionen Kilometer von dem Stern entfernt und entstand vermutlich in größerer Entfernung.

AG Pegasi ist ein unregelmäßiger Veränderlicher, den man 3,5 Grad nordöstlich von ε Pegasi finden kann. Zwischen 1850 und 1870 steigerte er seine Helligkeit von 9 auf 6m, ab 1920 sank die Helligkeit wieder. Um die Jahrtausendwende betrug sie etwa 8,7m. Mit der Helligkeitsabnahme konnten auch Veränderungen im Sternspektrum beobachtet werden, darunter auch eine Zunahme des Titanoxid-Gehaltes. AG Pegasi gehört zu den Z-Andromedae-Sternen. Dabei handelt es sich um ein enges System aus einem kühlen Riesenstern und einem weißen Zwergstern. Wenn Gas von dem Riesenstern auf den Zwerg wechselt, wird es aufgeheizt. Da der Masseaustausch unregelmäßig abläuft, verändert sich auch die Helligkeit des Systems unvorhersagbar. Zusätzlich kann die Helligkeit des Riesensterns schwanken.

M15 ist ein 30 600 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen, der prinzipiell schon mit bloßem Auge als 6,2m heller Lichtfleck vier Grad nordwestlich von ε Pegasi sichtbar ist. Das Fernglas zeigt zwei etwa 7,4m helle Sterne und einen 6,1m hellen Stern, die einen bis zu 15 Bogenminuten großen Nebelfleck umrahmen. Der 160 Lichtjahre große Kugelsternhaufen kann im Fernglas natürlich nicht in Sterne aufgelöst werden, und auch sein bemerkenswertestes Detail bleibt verborgen: Der nur eine Bogensekunde große und 13,8m helle Pease 1 war lange Zeit der einzige planetarische Nebel, der in einem Kugelsternhaufen bekannt war. Mittlerweile wurde auch in M22 im Schütze eine Sternleiche entdeckt.

M15 im Pegasus gehört zu den helleren Kugelsternhaufen, dennoch ist er deutlich kompakter als M13 im Herkules oder Omega Centauri.
M15 im Pegasus gehört zu den helleren Kugelsternhaufen, dennoch ist er deutlich kompakter als M13 im Herkules oder Omega Centauri.

NGC 7331 ist die hellste Galaxie im Pegasus und 40 bis 65 Millionen Lichtjahre entfernt. Mit 10,3m ist diese Spiralgalaxie nicht allzu auffällig, als einige Bogenminuten langen Strich kann man sie dennoch im Fernglas erkennen. Die Galaxie wird gelegentlich als Grundlage für Darstellungen unserer Milchstraße genutzt. Eine Reihe weiterer Galaxien in ihrer Nähe bleibt unsichtbar.