Löwe

Seit über 5000 Jahren wird dieses markante Sternbild mit einem Löwen identifiziert. Heute ist er vor allem für seine Galaxien bekannt. Mit dem etwa jupitergroßen Zwergstern Wolf 359 enthält der Löwe den drittnächsten Nachbarstern der Sonne. Er ist nur 7,6 Lichtjahre entfernt und mit 13,5m auch für Teleskope kein leichtes Ziel, im Fernglas bleibt er unbeobachtbar. Er befindet sich etwas mehr als zwei Grad westlich des 4,6m hellen χ Leonis.

α Leonis (Regulus) ist der 1,4m helle Hauptstern des Löwen. Im Fernglas erscheint neben dem 77,5 Lichtjahre entfernten Stern ein nur 8,1m heller Begleiter in drei Bogenminuten Entfernung, der etwa in der selben Entfernung wie Regulus steht – dennoch dürfte er nur um ein optischer Doppelstern sein.

Als Hipparch im Jahr 130 vor Christus die Positionen von Regulus und Spica mit 200 Jahre älteren babylonischen Beschreibungen verglich, schloss er aufgrund der veränderten Lage auf die Präzessionsbewegung der Erdachse. Die Bezeichnung Regulus (Kleiner König) geht auf Nicolaus Kopernikus zurück. Vorher wurde der Stern bereits als Cor Leonis (Herz des Löwen) oder als „königlicher Stern“ bezeichnet, in babylonischer Zeit trug er den Namen „Amil-galur“, der „Herrscher vor der Flut“.

R Leonis ist ein 330 Lichtjahre entfernter Veränderlicher vom Mira-Typ, der erstmals 1782 von J. A. Koch in Danzig beobachtet wurde. Innerhalb von durchschnittlich 312,4 Tagen schwankt seine Helligkeit zwischen 5,4 und 10,5m. Während der Maxima zeigt er eine deutliche Rotfärbung.

M65, M66 und NGC 3628 bilden eine schöne Galaxiengruppe zwischen θ und ι Leonis. Am einfachsten ist das Zentrum der 9,7m hellen M66 zu erkennen. Unter optimalen Bedingungen können Sie bereits im 10 × 50 mit indirektem Sehen das schwache Schimmern der Spiralarme erahnen. Auf Fotografien wird deutlich, dass die 32 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie sehr viel Staub enthält. M65 ähnelt M66, ist mit 10,1m aber lichtschwächer. Sie steht 21 Bogenminuten westlich von M66 und ist 56 Millionen Lichtjahre entfernt. Beide Galaxien sind etwa neun Bogenminuten lang und vier Bogenminuten dick.

M  65 und M  66 bilden gemeinsam mit NGC 3628 eine kleine Galaxiengruppe im Löwe. M 66 ist unten in der Bildmitte, M 65 rechts daneben. Bei beiden Messier-Galaxien verlaufen die Spiralarme von oben nach unten. Die Edge-On-Galaxie NGC 3628 ist als Strich in der oberen Bildhälfte zu erkennen.
M 65 und M 66 bilden gemeinsam mit NGC 3628 eine kleine Galaxiengruppe im Löwe. M66 ist unten in der Bildmitte, M65 rechts daneben. Bei beiden Messier-Galaxien verlaufen die Spiralarme von oben nach unten. Die Edge-On-Galaxie NGC 3628 ist als Strich in der oberen Bildhälfte zu erkennen.

Ein halbes Grad nördlich der beiden Galaxien befindet sich die schwache Spindel der immerhin 4 × 14 Bogenminuten großen Edge-On-Galaxie NGC 3628. Durch ihre Ausdehnung ist die 10,4m helle Galaxie nur unter sehr guten Bedingungen noch im 10 × 50 zu sehen, ansonsten bleibt sie Großferngläsern oder Teleskopen vorbehalten.

Die zweite bekannte Galaxiengruppe im Löwe besteht aus M95, M96 und M105. Die 47 Millionen Lichtjahre entfernte M96 ist mit 9,2m das hellste Mitglied der Gruppe, die etwa auf der Verbindungslinie zwischen θ und ρ Leonis zu finden ist. M95 befindet sich 42 Bogenminuten neben ihr und ist eine 10,6m helle Balkenspiralgalaxie.

Beide Galaxien haben einen Durchmesser von etwa sieben Bogenminuten. Der Balken von M95 ist erst im Teleskop zu erkennen, dann wird auch ein Ring um die Galaxie erkennbar, durch den sie an den griechischen Buchstaben Θ erinnert. Ein Grad nördlich von M96 befindet sich die 36 Millionen Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie M 105. Sie hat einen Durchmesser von 35 000 Lichtjahren und erscheint 9,3m hell. In ihr befinden sich ein Gas- und ein Staubring, die unabhängig von der Rotation der Galaxis um eigene Achsen rotieren. Alle drei Galaxien erscheinen erst ab zehn- bis fünfzehnfacher Vergrößerung flächig, bei geringerer Vergrößerung ist nur der Kernbereich als verwaschener Stern sichtbar – indirektes Sehen erleichtert die Beobachtung.