Kleiner Bär (Kleiner Wagen)

Dieses Sternbild wurde angeblich erst 600 v. Chr. durch den griechischen Astronomen Thales von Milet eingeführt, vorher stellte es die Flügel des Drachen dar. Die Bezeichnung Kleiner Wagen bezeichnet nur die sieben hellsten Sterne, offiziell heißt das Sternbild Kleiner Bär. Außer dem Polarstern enthält es auch für ein Teleskop kaum interessante Ziele. Die Kastensterne des Kleinen Wagen haben Helligkeiten zwischen 2,1 und 5,0m und sind daher gut geeignet, um die Grenzgröße des Himmels festzustellen.

α Ursae Minoris (Polaris) steht seit etwa einem Jahrtausend in der Nähe des Himmelsnordpols. Bis zum Jahr 2102 wird der Himmelspol dem 2,0m hellen Stern bis auf 0,5 Grad nahe kommen, bevor er sich durch die Präzession der Erdachse wieder von ihm entfernt. Da er immer im Norden steht und so zur Navigation genutzt werden kann, besitzt er in fast jeder Sprache einen eigenen Namen.

18,4 Bogensekunden neben Polaris befindet sich ein 8,4m heller Stern. Dieser Begleiter benötigt 1000 Jahre, um Polaris zu umkreisen. 2000 AE trennen ihn von Polaris. Polaris ist außerdem ein spektroskopischer Doppelstern. Bis 1994 konnten bei Polaris geringe Helligkeitsschwankungen von 0,1m in 3,97 Tagen beobachtet werden, seit 1994 ist die Helligkeit des 430 Lichtjahre entfernten Sterns konstant.

Als Verlobungsring wurde Harrington 1 bereits von Robert Burnham, jr. bezeichnet, lange bevor er in Phillip Harringtons Liste mit Fernglasobjekten aufgenommen wurde. Es handelt sich um einen 35 Bogenminuten großen Halbkreis aus Sternen siebter und achter Größe, die man dicht neben dem Polarstern finden kann. Das einzige nennenwerte Deep-Sky-Objekt des Kleinen Wagens ist kein offener Sternhaufen, sondern nur ein zufälliges Sternmuster.