{"id":89,"date":"2014-04-13T13:02:49","date_gmt":"2014-04-13T11:02:49","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=89"},"modified":"2014-04-23T21:15:38","modified_gmt":"2014-04-23T19:15:38","slug":"mondbeobachtung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=89","title":{"rendered":"Mondbeobachtung"},"content":{"rendered":"<p>Die Gr\u00f6\u00dfe des Mondes wird h\u00e4ufig \u00fcbersch\u00e4tzt, da er sehr hell erscheint. Mit einem Durchmesser von einem halben Grad, was nicht einmal der Dicke eines Daumens entspricht, wenn man den Arm ausstreckt, ist er dennoch recht klein. Au\u00dfer den Mondmeeren k\u00f6nnen Sie mit blo\u00dfem Auge nur wenig auf seiner Oberfl\u00e4che erkennen, mit steigender Vergr\u00f6\u00dferung offenbart er immer mehr Krater, Schluchten und W\u00e4lle. Auch mit einem nur schwach vergr\u00f6\u00dfernden Fernglas ist bereits einiges zu erkennen, obwohl der Mond selbst bei zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung noch recht klein erscheint.<\/p>\n<p>Die meisten Details zeigen sich an der Grenze zwischen der hellen Tagseite und der dunklen Nachtseite des Mondes, dem so genannten Terminator. In dieser Gegend herrscht D\u00e4mmerung, sodass die Sonne niedrig \u00fcber dem Mondhorizont steht und die Berge lange Schatten werfen. Dort wo die Sonne h\u00f6her \u00fcber dem Horizont steht, sind die Schatten entsprechend k\u00fcrzer, und der Kontrast fehlt. Der selbe Effekt l\u00e4sst sich leicht mit einem Teppichboden und einer Lampe nachvollziehen: Wenn Sie den Teppich von oben beleuchten, erscheint er strukturlos, w\u00e4hrend bei flachem Lichteinfall jede Fussel und jede Erhebung deutlich zu erkennen ist. Vollmondn\u00e4chte geh\u00f6ren daher aus astronomischer Sicht zu den langweiligsten N\u00e4chten: Einerseits \u00fcberstrahlt der Vollmond die meisten lichtschwachen Himmelsobjekte, andererseits zeigt er selbst auch nur wenige Details! Lediglich die Strahlensysteme um einige Krater profitieren von der direkten Beleuchtung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_90\" aria-describedby=\"caption-attachment-90\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AbnehmenderMond.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-90\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AbnehmenderMond.jpg\" alt=\"Der abnehmende Mond wenige Tage nach Vollmond. Das Mare Crisium ist an der Grenze zwischen Licht und Schatten deutlich zu erkennen.\" width=\"400\" height=\"299\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AbnehmenderMond.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/AbnehmenderMond-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-90\" class=\"wp-caption-text\">Der abnehmende Mond wenige Tage nach Vollmond. Das Mare Crisium ist an der Grenze zwischen Licht und Schatten deutlich zu erkennen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Anblick des Mondes \u00e4ndert sich t\u00e4glich, da der Terminator langsam \u00fcber die Mondoberfl\u00e4che wandert und dabei st\u00e4ndig neue Strukturen aus der Finsternis auftauchen. Die zerkl\u00fcftete Oberfl\u00e4che wird dabei besonders deutlich, wenn die Gipfel hoher, beleuchteter Kraterw\u00e4lle in die dunkle H\u00e4lfte des Mondes hineinragen. Au\u00dferdem zeigt der Mond uns nicht immer exakt die selbe Seite: Durch eine Pendelbewegung, die so genannte Libration, ist es m\u00f6glich, einen Blick \u201e\u00fcber den Mondrand hinweg\u201c zu werfen. Je nach Stellung tauchen einige Strukturen am Rand auf oder verschwinden hinter ihm. Insgesamt sind so \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg 59 Prozent der Mondoberfl\u00e4che statt nur 50 Prozent beobachtbar.<\/p>\n<p>Die <strong>schmale Mondsichel<\/strong>, die kurz vor und nach Neumond zu beobachten ist, ist aus mehreren Gr\u00fcnden reizvoll. Einige Beobachter machen aus der Jagd nach der Mondsichel einen regelrechten Sport: Wer kann sie als erster erkennen? Die besten Chancen hat man von der Nordhalbkugel aus in den Monaten Juli und August. In diesen Monaten steht die Ekliptik steil am Himmel, damit kann der Mond ebenfalls etwas h\u00f6her am Himmel stehen und verschwindet erst sp\u00e4ter im Horizontdunst.<\/p>\n<p>In den ersten zwei bis drei Tagen vor und nach Neumond l\u00e4sst sich auch das <strong>aschgraue Mondlicht<\/strong> beobachten. Dabei handelt es sich um Sonnenlicht, das von der Erde reflektiert wird und die Nachtseite des Mondes erhellt. Durch die Verschmutzung der Erdatmosph\u00e4re und vermehrte Wolkenbildung ist es in den letzten Jahren immer auff\u00e4lliger geworden.<\/p>\n<p>Wenn Sonne und Mond gleichzeitig am Himmel stehen beziehungsweise die Sonne erst vor kurzem untergegangen ist, kann man au\u00dferdem sehr sch\u00f6n nachvollziehen, warum wir auf dem Mond die Tag- und Nachtgrenze erkennen k\u00f6nnen und wie seine Phasen entstehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_91\" aria-describedby=\"caption-attachment-91\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Halbmond.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-91\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Halbmond.jpg\" alt=\"An der Grenze von Licht und Schatten zeigt der Mond die meisten Details.\" width=\"400\" height=\"618\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Halbmond.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Halbmond-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-91\" class=\"wp-caption-text\">An der Grenze von Licht und Schatten zeigt der Mond die meisten Details.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mondfinsternisse<\/strong> lassen sich ebenfalls sehr gut im Fernglas mitverfolgen, ebenso wie <strong>Sternbedeckungen<\/strong>. Letztere finden st\u00e4ndig statt, lassen sich aber nur bei helleren Sternen beobachten, die nicht durch den Mond \u00fcberstrahlt werden, bevor sie auch nur in die N\u00e4he des Mondes kommen. Dabei verdeckt der Mond einfach nur weiter entfernte Sterne, was seine rasche Bewegung am Himmel deutlich macht. Besonders reizvoll sind streifende Sternbedeckungen, die sich aber immer nur von eng begrenzten Gegenden aus beobachten lassen \u2013 wenn man sich bei der Berechnung oder der Wahl des Beobachtungsortes um ein paar Kilometer vertan hat, wird der Stern entweder nicht verdeckt oder verschwindet vollst\u00e4ndig hinter dem Mond. Vom richtigen Standort aus kann man erkennen, wie der Stern immer wieder zwischen den Berggipfeln am Mondrand auftaucht, was allerdings nur bei der h\u00f6heren Vergr\u00f6\u00dferung eines Teleskops deutlich sichbar wird. Vor allem der pl\u00f6tzliche Ein- oder Austritt eines hellen Sterns an der dunklen Seite des Mondes ist auch in einem Fernglas problemlos zu beobachten. Besonders imposant sind au\u00dferdem die selteneren Bedeckungen eines Planeten durch den Mond, die die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse eindrucksvoll demonstrieren.<\/p>\n<p>Da sowohl die Planeten als auch der Mond nahe der Ekliptik stehen, kommt es immer wieder zu mehr oder weniger nahen Begegnungen des Mondes mit einem oder mehreren Planeten, was ebenfalls einen reizvollen Anblick bietet. Auch einige Sternhaufen liegen nahe der Mondbahn. Am bekanntesten sind wohl die Plejaden und die Hyaden im Sternbild Stier, die das \u201eGoldene Tor der Ekliptik\u201c bilden. Man muss den Mond schon selbst einmal in der N\u00e4he der Plejaden gesehen haben, um zu glauben, dass dieser offene Sternhaufen ausgedehnter ist als der Mond.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>weiter zu:<\/strong> <a title=\"Kleiner Mondatlas\" href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=94\">Kleiner Mondatlas<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00f6\u00dfe des Mondes wird h\u00e4ufig \u00fcbersch\u00e4tzt, da er sehr hell erscheint. Mit einem Durchmesser von einem halben Grad, was nicht einmal der Dicke eines Daumens entspricht, wenn man den Arm ausstreckt, ist er dennoch recht klein. 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