{"id":73,"date":"2014-04-13T12:45:37","date_gmt":"2014-04-13T10:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=73"},"modified":"2014-04-17T10:19:50","modified_gmt":"2014-04-17T08:19:50","slug":"richtiges-beobachten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=73","title":{"rendered":"Richtiges Beobachten"},"content":{"rendered":"<p>Der Ort, von dem aus man beobachtet, tr\u00e4gt wesentlich zur Freude an der Beobachtung bei. Nat\u00fcrlich\u00a0 sollte der perfekte Beobachtungsplatz m\u00f6glichst dunkel sein \u2013 also m\u00f6glichst fern von der Lichtglocke benachbarter St\u00e4dte, aber auch nicht in der N\u00e4he von Stra\u00dfen. Das Auge ben\u00f6tigt etwa 20 Minuten, um sich einigerma\u00dfen an die Dunkelheit anzupassen, und erst nach etwa einer Stunde ist die vollst\u00e4ndige Dunkeladaption erreicht. Ein vorbeifahrendes Auto mit Fernlicht gen\u00fcgt, um die Dunkeladaption wieder zunichte zu machen. Au\u00dferdem sollten Sie nicht mitten auf Feldwegen beobachten, da manche Autofahrer gerne Feldwege nutzen, um nach einem Kneipenabend an Polizeikontrollen vorbei nach Hause zu fahren.<\/p>\n<p>Der ideale Beobachtungsplatz sollte aber vor allem nahe sein \u2013 wenn man eine kleine Weltreise zum idealen Standort vor sich hat, ist die Hemmschwelle viel h\u00f6her als beim heimischen Garten.<br \/>\nF\u00fcr astronomische Beobachtungen sollten Sie nach M\u00f6glichkeit immer ein Stativ benutzen, da es fast unm\u00f6glich ist, ein Fernglas \u00fcber l\u00e4ngere Zeit ruhig zu halten. Sp\u00e4testens ab zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung macht sich das Zittern bemerkbar. Sie k\u00f6nnen jedoch auch Gro\u00dfferngl\u00e4ser einige Zeit \u00fcberraschend ruhig halten, wenn Sie sie nicht wie \u00fcblich in der Mitte anfassen, sondern sie statt dessen kurz hinter dem Objektiv halten und die Augenmuscheln unterhalb der Augen aufsitzen lassen. Wenn Sie noch die Ellenbogen auf einem Pfeiler oder einem Autodach abst\u00fctzen, sind auch ohne Stativ k\u00fcrzere Beobachtungen mit hoher Vergr\u00f6\u00dferung m\u00f6glich.<br \/>\nUm ein Objekt zu finden, m\u00fcssen Sie sich zuerst einmal am Himmel orientieren \u2013 wo steht es und was sehe ich im Fernglas? Die \u00fcbliche Methode, ein Ziel zu finden, ist das Star-Hopping. Dabei springt man von einem markanten, hellen Stern oder Sternmuster, das man leicht finden kann, \u00fcber schw\u00e4chere Sterne hin zu seinem Ziel.<br \/>\nUnauff\u00e4llige, lichtschwache Objekte springen dabei nicht sofort in das Auge. Hier gibt es zwei Trick, die helfen. Ein leichtes Wackeln mit dem Fernglas kann helfen, da unser Auge auf die Beobachtung sich bewegender Dinge optimiert ist. Wenn ein schwacher Lichtfleck dann etwas durch das Bild tanzt, k\u00f6nnen Sie ihn manchmal besser wahrnehmen. Im Normalfall sollten Sie das Fernglas jedoch m\u00f6glichst ruhig halten.<\/p>\n<p>Eine bew\u00e4hrte Methode ist das indirekte Sehen. Der Trick besteht hier darin, am Ziel vorbeizusehen. Im Zentrum des Auges befinden sich die f\u00fcr das Farbensehen zust\u00e4ndigen Sinneszellen, die jedoch erst auf h\u00f6here Lichtintensit\u00e4ten reagieren. Am Rand des Sehfeldes liegen Sinneszellen, die nur Hell und Dunkel unterscheiden k\u00f6nnen, aber auch schon auf schw\u00e4cheres Licht reagieren. Bei indirektem Sehen beobachtet man mit diesem Randbereich der Netzhaut und kann auch dunklere Objekte wahrnehmen.<\/p>\n<p>Wenn ein Objekt gefunden ist, k\u00f6nnen Sie es beobachten \u2013 welche Details sind wahrnehmbar? Ist nur ein schwacher, undefinierter Lichtfleck erkennbar oder zeigt er Strukturen? Sind einzelne Sterne zu erkennen und bilden sie Muster? Erst im Lauf der Zeit gew\u00f6hnt man es sich an, auf solche Details zu achten, die manchmal nur im Vergleich mit anderen Objekten der selben Klasse auffallen. Daher lohnt es sich auch, ein kleines Beobachtungsbuch zu f\u00fchren, um zu notieren, welche Objekte man unter welchen Sichtbedingungen beobachtet hat und wie sie aussehen. Ein kleines Notizbuch gen\u00fcgt bereits, um im Lauf der Jahre festzustellen, wie sich ihre Beobachtergabe verbessert. F\u00fcr den Einstieg ist am Ende dieses Buches Platz, um ihre Beobachtungen festzuhalten.<\/p>\n<p>Um den Spa\u00df an der Beobachtung nicht zu verlieren, ist es auch sinnvoll, sich ein Ziel zu setzen. Egal, ob Sie m\u00f6glichst viele Kugelsternhaufen oder weit entfernte Objekte beobachten wollen, ob Sie lieber Kleinplaneten oder ver\u00e4nderliche Sterne jagen oder ob Sie die Grenzgr\u00f6\u00dfe ihres Ger\u00e4ts ausreizen wollen oder auch nur einen \u00dcberblick \u00fcber unseren Kosmos gewinnen wollen \u2013 ein erreichbares Ziel ist eine wichtige Motivation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ort, von dem aus man beobachtet, tr\u00e4gt wesentlich zur Freude an der Beobachtung bei. Nat\u00fcrlich\u00a0 sollte der perfekte Beobachtungsplatz m\u00f6glichst dunkel sein \u2013 also m\u00f6glichst fern von der Lichtglocke benachbarter St\u00e4dte, aber auch nicht in der N\u00e4he von Stra\u00dfen. 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