{"id":39,"date":"2014-04-13T12:15:52","date_gmt":"2014-04-13T10:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=39"},"modified":"2014-08-25T23:00:11","modified_gmt":"2014-08-25T21:00:11","slug":"die-auswahl-des-richtigen-fernglases","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=39","title":{"rendered":"Die Auswahl des richtigen Fernglases"},"content":{"rendered":"<p>Ferngl\u00e4ser werden zu allererst durch ein Zahlenpaar charakterisiert, zum Beispiel 8\u2009\u00d7\u200930 oder 7\u2009\u00d7\u200950. Die erste Zahl gibt die Vergr\u00f6\u00dferung an, die zweite die \u00d6ffnung in Millimetern. F\u00fcr die Astronomie sollte die \u00d6ffnung m\u00f6glichst gro\u00df sein und nicht unter 30 mm liegen \u2013 kleinere Ger\u00e4te sind zu lichtschwach und fallen auch von der optischen Qualit\u00e4t her h\u00e4ufig eher in die Kategorie Spielzeug. Ab 30\u202fmm \u00d6ffnung kann man schon einiges am Himmel sehen, und ein gutes Mittelma\u00df sind 50\u202fmm \u2013 manches Kaufhausteleskop hat eine \u00e4hnliche \u00d6ffnung. Gr\u00f6\u00dfere Ger\u00e4te werden bereits recht schwer und unhandlich, sie sind vor allem f\u00fcr rein astronomische Zwecke sinnvoll. Da der Preis mit der \u00d6ffnung ebenfalls rasch ansteigt, sind sie eher f\u00fcr ambitionierte Beobachter geeignet. \u00dcbrigens entspricht der Lichtsammelgewinn zwischen blo\u00dfem Auge und einem Fernglas mit 50 mm \u00d6ffnung dem zwischen dem Fernglas und einem Teleskop mit rund 35 cm \u00d6ffnung \u2013 das gleich mehrere Tausend Euro kostet statt weniger als 200 Euro.<\/p>\n<p>Die <strong>Vergr\u00f6\u00dferung<\/strong> beeinflusst neben dem Gesichtsfeld auch die Bildhelligkeit und die Handhabung. Bei niedriger Vergr\u00f6\u00dferung ist das Gesichtsfeld gr\u00f6\u00dfer, und das Fernglas ist wunderbar geeignet, um Sternhaufen oder die Milchstra\u00dfe zu beobachten. Mit steigender Vergr\u00f6\u00dferung werden mehr Details erkennbar, allerdings wird das Bild auch dunkler \u2013 was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss: Gerade unter einem lichtverschmutzen Himmel hilft eine etwas h\u00f6here Vergr\u00f6\u00dferung, den Himmelshintergrund abzudunkeln und so den Kontrast zu verst\u00e4rken. Die Hintergrundhelligkeit wird dabei n\u00e4mlich auf eine gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che im Auge verteilt, w\u00e4hrend die punktf\u00f6rmigen Sterne weiterhin nur als Punkte wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Wer haupts\u00e4chlich in der N\u00e4he von Ortschaften beobachtet, wird daher z. B. bei 50 mm \u00d6ffnung mit zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung mehr erkennen k\u00f6nnen als mit siebenfacher Vergr\u00f6\u00dferung. Ger\u00e4te mit siebenfacher Vergr\u00f6\u00dferung sind vor allem f\u00fcr Sternhaufen und die Milchstra\u00dfe ideal, ab zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung sind auch etwas lichtschw\u00e4chere Deep-Sky-Objekte zu erkennen. Gro\u00dfferngl\u00e4ser ab etwa f\u00fcnfzehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung sind in Ma\u00dfen bereits f\u00fcr die Beobachtung detailreicher und kleiner Objekte wie Mond und Planeten geeignet.<\/p>\n<p>Als typisches \u201eAllzweck-Fernglas\u201c kann das 7\u2009\u00d7\u200950 gelten. H\u00e4ufig ist ein 10\u2009\u00d7\u200950 die bessere Wahl, da wir in Mitteleuropa nie die perfekte Dunkeladaption erreichen.<\/p>\n<p>Eine wichtige Zahl, die sich leicht errechnen l\u00e4sst, ist die <strong>Austrittspupille<\/strong>. Sie ergibt sich aus der \u00d6ffnung geteilt durch die Vergr\u00f6\u00dferung. Ein 7\u2009\u00d7\u200950-Fernglas hat zum Beispiel eine Austrittspupille von 50 mm : 7 = 7,14 mm, bei einem 10\u2009\u00d7\u200950 sinkt dieser Wert bereits auf 5 mm. Die Austrittspupille gibt an, wie gro\u00df das Lichtb\u00fcndel ist, das das Okular verl\u00e4sst. Es sollte nicht gr\u00f6\u00dfer sein als die \u00d6ffnung ihrer Pupillen, aber auch nicht wesentlich kleiner. Als grober Richtwert wird meist eine maximale Pupillen\u00f6ffnung von 7\u202fmm f\u00fcr junge Menschen angegeben, bereits bei 30-j\u00e4hrigen sinkt sie auf 5 mm \u2013 allerdings sind das nur Durchschnittswerte. Bei 25-j\u00e4hrigen wurden zum Beispiel \u00d6ffnungen zwischen 4,5 und 8,5\u202fmm gemessen, bei 55-j\u00e4hrigen 3 bis 6,5\u00a0mm. Die individuellen Werte sind ebenso von \u00dcbung und Training abh\u00e4ngig wie sie von Natur aus schwanken. Au\u00dferdem werden sie durch die Umgebungshelligkeit beeinflusst \u2013 wer an lichtverschmutzten, stadtnahen Pl\u00e4tzen beobachtet, wird nie mit maximaler Pupillen\u00f6ffnung beobachten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_40\" aria-describedby=\"caption-attachment-40\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Austrittspupille.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-40\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Austrittspupille.jpg\" alt=\"Der Blick in das Okular bietet Hinweise auf die Qualit\u00e4t der verwendeten Prismen: Bei den besseren BAK-4-Prismen erscheint die Austrittspupille kreisrund (oben), bei billigeren BK-7-Prismen ist sie rautenf\u00f6rmig verzerrt und kann von Spiegelungen begleitet sein (unten). Die Gr\u00f6\u00dfe der Austrittspupille ist von der Vergr\u00f6\u00dferung abh\u00e4ngig: Oben ein 12\u2009\u00d7\u200950 mit kleiner Austrittspupille, darunter ein 7\u2009\u00d7\u200950, dessen Lichtb\u00fcndel etwa dem durchschnittlichen Pupillendurchmesser des Auges entspricht.\" width=\"400\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Austrittspupille.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Austrittspupille-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-40\" class=\"wp-caption-text\">Der Blick in das Okular bietet Hinweise auf die Qualit\u00e4t der verwendeten Prismen: Bei den besseren BAK-4-Prismen erscheint die Austrittspupille kreisrund (oben), bei billigeren BK-7-Prismen ist sie rautenf\u00f6rmig verzerrt und kann von Spiegelungen begleitet sein (unten).<br \/>Die Gr\u00f6\u00dfe der Austrittspupille ist von der Vergr\u00f6\u00dferung abh\u00e4ngig: Oben ein 12\u2009\u00d7\u200950 mit kleiner Austrittspupille, darunter ein 7\u2009\u00d7\u200950, dessen Lichtb\u00fcndel etwa dem durchschnittlichen Pupillendurchmesser des Auges entspricht.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Hinweis auf die Leistungsf\u00e4higkeit wurde 1993 das Ergebnis der Multiplikation von \u00d6ffnung und Vergr\u00f6\u00dferung vorgeschlagen. Ein 8\u2009\u00d7\u200930 h\u00e4tte damit einen Wert von 240. Ein 7\u2009\u00d7\u200950 h\u00e4tte einen Wert von 350 und w\u00e4re etwas schlechter als das etwas kleinere 10\u2009\u00d7\u200940 mit 400, und ein 10\u2009\u00d7\u200950 w\u00fcrde stolze 500 liefern. Je h\u00f6her der Wert, desto besser die Astrotauglichkeit. Zoom-Ferngl\u00e4ser sind im Prinzip eine feine Sache, bezahlen f\u00fcr die verschiedenen m\u00f6glichen Vergr\u00f6\u00dferungen aber meist einen hohen Preis, da Bildqualit\u00e4t und Gesichtsfeld leiden \u2013 oder nur f\u00fcr sehr viel Geld akzeptabel bleiben.<\/p>\n<p>Neben \u00d6ffnung und Vergr\u00f6\u00dferung sind die verwendeten <strong>Gl\u00e4ser und Prismen<\/strong> wichtig. Um Farbfehler auszugleichen, bestehen die Objektive moderner Ferngl\u00e4ser aus mehreren Linsen, dazu kommen noch die Prismen, die das Bild umkehren \u2013 bei einem astronomischen Teleskop ohne Prismen steht das Bild auf dem Kopf. Da es an jeder Glasoberfl\u00e4che zu Reflexionen kommt, sinken dadurch Helligkeit und Kontrast. Um diese Reflexionen zu verringern, werden die Gl\u00e4ser verg\u00fctet. Bei billigen Ger\u00e4ten werden nur die Au\u00dfenseiten verg\u00fctet, bei guten Ferngl\u00e4sern ist jede Linse vollst\u00e4ndig verg\u00fctet. Bei vagen Angaben wie \u201everg\u00fctete Optik\u201c ist daher Vorsicht geboten \u2013 das kann auch bedeuten, dass nur die Au\u00dfenseiten von Objektiv und Okular verg\u00fctet sind. Dabei muss man dann den Herstellerangaben vertrauen \u2013 nicht nur\u00a0 in Kaufh\u00e4usern wissen die Verk\u00e4ufer h\u00e4ufig auch nur das, was auf der Verpackung steht.<\/p>\n<p>Die Farbe der Linsen gibt einen ersten Hinweis auf die <strong>Verg\u00fctung<\/strong>. Wenn Sie ein Fernglas schr\u00e4g gegen das Licht halten, erscheint meist einen r\u00f6tlichen oder gr\u00fcnlichen Schimmer. Ein gute Verg\u00fctung aus Magnesiumfluorid schimmert gleichm\u00e4\u00dfig purpurn. Wenn die Verg\u00fctung zu dick augetragen ist, wirkt sie gr\u00fcnlich, ein rosa Schimmern deutet auf eine zu d\u00fcnne Verg\u00fctung hin.<\/p>\n<p>Ein gr\u00fcnes Schimmern kann au\u00dferdem von sehr guten, mehrfach verg\u00fcteten Linsen stammen. Bei diesen Linsen wird der Lichtverlust von 1,5 Prozent auf unter 0,5 Prozent gesenkt. Leider k\u00f6nnen billige Ger\u00e4te durch eine zu dicke Magnesiumfluoridverg\u00fctung wie mehrfachverg\u00fctete Linsen wirken. Sie liefern jedoch ein kontrast\u00e4rmeres Bild als gute Ferngl\u00e4ser.<\/p>\n<p>Die <strong>Prismen<\/strong> sind der wichtigste Unterschied zwischen einem Fernglas und einem Teleskop. Die \u00e4ltere Bauform sind Porroprismen. Ferngl\u00e4ser mit Porroprismen sind etwas klobiger als Ger\u00e4te mit den eleganteren Dachkantprismen, au\u00dferdem ist bei ihnen der Strahlengang zwischen Objektiv und Okular versetzt. Dachkantprismen erm\u00f6glichen eine gerade und damit kompaktere Bauform bei leichteren Ger\u00e4ten. F\u00fcr den astronomischen Einsatz sind Porroprismen etwas interessanter, da sie nicht nur billiger sind, sondern auch hellere Bilder liefern.<\/p>\n<p>Wenn Sie das Fernglas gegen eine helle Fl\u00e4che <strong>(auf keinen Fall die Sonne!)<\/strong> halten, k\u00f6nnen Sie viel \u00fcber die Glassorten erfahren, die f\u00fcr die Prismen verwendet wurden. Wenn die Austrittspupillen als klare, runde Kreise vor dunklem Hintergrund erscheinen, wurde h\u00f6herwertiges BaK-4-Glas verwendet. Rautenf\u00f6rmige Verzerrungen am Rand, Reflexionen oder eine ungleichm\u00e4\u00dfige Ausleuchtung sind die Folge von billigerem BK-7-Glas.<\/p>\n<p><strong>Aufl\u00f6sung<\/strong> und <strong>Gesichtsfeld<\/strong> ergeben sich aus den verwendeten Linsen und lassen sich am einfachsten durch einen Versuch bestimmen. Wenn Sie die Abbildung unten aus zehn Metern Entfernung im Fernglas betrachten, werden Sie einige der Linienreihen trennen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend andere zu einem Balken verschmelzen. Die Reihe, die Sie noch aufl\u00f6sen k\u00f6nnen, entspricht dem Aufl\u00f6sungsverm\u00f6gen ihres Ger\u00e4tes. Die Balken haben eine L\u00e4nge von 0,5 Grad, was etwa dem Durchmesser von Sonne und Mond entspricht. Der Kreis \u00fcber den Balken hat ebenfalls einen Durchmesser von 0,5 Grad. In ihn sind die Abst\u00e4nde einiger Doppelsterne eingezeichnet, was Ihnen aus zehn Meter Entfernung ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Einheiten Bogenminuten und Bogensekunden geben soll.<\/p>\n<figure id=\"attachment_41\" aria-describedby=\"caption-attachment-41\" style=\"width: 356px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aufloesung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-41\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aufloesung.jpg\" alt=\"Wenn Sie diese Grafik (Sie finden eine Druckvorlage auf fernglasastronomie.de) aus 10 Metern Entfernung betrachten, k\u00f6nnen Sie die Aufl\u00f6sung ihres Fernglases bestimmen: Die Linien, die sie gerade noch trennen k\u00f6nnen, entsprechen der Aufl\u00f6sung ihres Ger\u00e4tes. Interessant ist auch der Vergleich zwischen freih\u00e4ndiger Beobachtung und der Beobachtung mit einem Stativ! Der gro\u00dfe Kreis hat aus zehn Metern Entfernung einen Durchmesser von 0,5 Grad, was etwa dem Vollmonddurchmesser entspricht. In ihn sind die Abst\u00e4nde einiger Doppelsterne eingezeichnet. Im richtigen Ma\u00dfstab ausgedruckt betr\u00e4gt der Durchmesser des Kreises 9 Zentimeter.\" width=\"356\" height=\"442\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aufloesung.jpg 356w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Aufloesung-241x300.jpg 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41\" class=\"wp-caption-text\">Wenn Sie diese Grafik (<a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?attachment_id=45\">Druckvorlage als PDF<\/a>) aus 10 Metern Entfernung betrachten, k\u00f6nnen Sie die Aufl\u00f6sung ihres Fernglases bestimmen: Die Linien, die sie gerade noch trennen k\u00f6nnen, entsprechen der Aufl\u00f6sung ihres Ger\u00e4tes. Interessant ist auch der Vergleich zwischen freih\u00e4ndiger Beobachtung und der Beobachtung mit einem Stativ! Der gro\u00dfe Kreis hat aus zehn Metern Entfernung einen Durchmesser von 0,5 Grad, was etwa dem Vollmonddurchmesser entspricht. In ihn sind die Abst\u00e4nde einiger Doppelsterne eingezeichnet. Im richtigen Ma\u00dfstab ausgedruckt betr\u00e4gt der Durchmesser des Kreises 9 Zentimeter.<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr die Bestimmung des Gesichtsfeldes bieten sich au\u00dferdem die Sterne des Sternbildes Gro\u00dfer Wagen an: Die oberen Kastensterne liegen etwa 10\u00b0 auseinander, die unteren 7\u00b0. Die hinteren Kastensterne liegen rund 5\u00b0 auseinander.<\/p>\n<p>Die <strong>Mechanik<\/strong> eines Feldstechers sollte m\u00f6glichst robust sein, und das Fernglas darf nicht dejustiert sein \u2013 wenn Sie Doppelbilder sehen, zeigen beide Tuben in unterschiedliche Richtungen. Eine leichte Verstellung kann vom Auge zwar einige Zeit lang ausgeglichen werden, f\u00fchrt aber rasch zu Kopfschmerzen. Wenn Sie ein weit entferntes Objekt abwechselnd mit einem und mit beiden Augen beobachten (decken Sie dazu das Objektiv mit der Hand ab) und dabei kurzfristig Doppelbilder oder ein Springen des Bildes zu beobachten sind, hat das Ger\u00e4t zum Beispiel durch einen Sturz einen Schlag abbekommen und wurde dejustiert.<\/p>\n<p>Bei den <strong>Geh\u00e4usen<\/strong> werden deutsche und amerikanische Geh\u00e4use unterschieden. Bei deutschen Geh\u00e4usen befinden sich Objektive und Prismen in getrennten Bauteilen, w\u00e4hrend amerikanische Modelle aus einem St\u00fcck sind und daher etwas weniger anf\u00e4llig gegen\u00fcber Schmutz und St\u00f6\u00dfen sind. Au\u00dferdem gibt es Ferngl\u00e4ser, die bequem \u00fcber einen Mitteltrieb scharfgestellt werden k\u00f6nnen, w\u00e4hrend andere Modelle an jedem Okular einzeln fokussiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Farbfehler und Randunsch\u00e4rfe<\/strong> lassen sich an weit entfernten scharfen Kanten (Antennen, Geb\u00e4udekanten- und D\u00e4cher) gut erkennen. Eine leichte Verzerrung am Bildrand kann noch toleriert werden, sollte aber nicht zu weit in das Gesichtsfeld hinein reichen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_42\" aria-describedby=\"caption-attachment-42\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Stative-DSC_0609.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Stative-DSC_0609.jpg\" alt=\"Drei Methoden, um ein Fernglas zu montieren: Links ein Videoneiger mit einem L-Adapter, der vorne an der Mittelstrebe angeschraubt ist \u2013 die g\u00e4ngigste L\u00f6sung f\u00fcr kleine Ger\u00e4te. Das Gro\u00dffernglas in der Mitte hat einen fest in der Mittelstrebe eingebautem Stativanschluss, und das Fernglas rechts mit Kugelkopf und einem Adapter, der die Mittelstange umschlie\u00dft.\" width=\"400\" height=\"255\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Stative-DSC_0609.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Stative-DSC_0609-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-42\" class=\"wp-caption-text\">Drei Methoden, um ein Fernglas zu montieren: Links ein Videoneiger mit einem L-Adapter, der vorne an der Mittelstrebe angeschraubt ist \u2013 die g\u00e4ngigste L\u00f6sung f\u00fcr kleine Ger\u00e4te. Das Gro\u00dffernglas in der Mitte hat einen fest in der Mittelstrebe eingebautem Stativanschluss, und das Fernglas rechts mit Kugelkopf und einem Adapter, der die Mittelstange umschlie\u00dft.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Fernglas sollte auf jeden Fall ein <strong>Fotogewinde<\/strong> besitzen, mit dem das Ger\u00e4t \u00fcber Kugelkopf oder L-Adapter auf eine Fotostativ befestigt werden kann. Nur, wenn es fest aufgestellt ist, hat man ruhiges Bild und kann die Leistungsf\u00e4higkeit der Optik voll ausreizen. Bis etwa siebenfacher Vergr\u00f6\u00dferung kann man ein Fernglas freih\u00e4ndig einigerma\u00dfen ruhig halten, sp\u00e4testens bei mehr als zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung ist ein Stativ n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Prinzipiell kann jedes Fotostativ auch f\u00fcr ein Fernglas benutzt werden, allerdings sollte es sich mindestens auf Kopfh\u00f6he ausfahren lassen \u2013 die meiste Zeit werden Sie schlie\u00dflich nach oben schauen. Holzstative d\u00e4mpfen Schwingungen besser ab als Aluminiumstative. Die passenden Kugelk\u00f6pfe sind ebenfalls im Fotohandel erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Neben diesem einfachen Aufbau sind mittlerweile auch richtige Fernglasmontierungen erh\u00e4ltlich. Sehr praktisch ist eine Parallelogramm-Montierung, die so \u00e4hnlich funktioniert wie eine alte, h\u00f6henverstellbare Schreibtischlampe. Dabei ist das Fernglas an zwei parallelen Stangen h\u00f6henverstellbar, so dass man sich nicht nur direkt unter das Fernglas stellen kann (bei zenitnaher Beobachtung ist dann das Stativ nicht im Weg), sondern auch die H\u00f6he verstellen kann, ohne ein Objekt aus dem Bildfeld zu verlieren. Letzteres ist vor allem dann hilfreich, wenn mehrere Personen durch das Ger\u00e4t sehen sollen.<\/p>\n<p>Bastler finden im Internet auch Anleitungen, um zum Beispiel einen Sky-Scanner zu bauen. Dabei blickt das Fernglas nach unten auf einen Spiegel, sodass man bequem von oben in das Fernglas blickt und einen steifen Nacken vermeidet. Allerdings ist das Suchen von Objekten dann nicht mehr ganz so einfach.<\/p>\n<p>Weiteres Zubeh\u00f6r ist f\u00fcr Ferngl\u00e4ser kaum erh\u00e4ltlich und auch nicht notwendig. Lediglich ein paar <strong>Taukappen<\/strong> kann man sich noch basteln. Dabei handelt es sich um kleine Rohre, deren L\u00e4nge etwa doppelt so gro\u00df sein sollte wie der Objektivdurchmesser. Sie werden auf das Fernglas gesteckt und sch\u00fctzen so die Linsen vor dem Beschlagen. Wenn es in der Nacht abk\u00fchlt, schl\u00e4gt sich die Luftfeuchtigkeit ohne Taukappen nicht nur an der Au\u00dfenhaut nieder, sondern auch auf den Objektiven, sodass man bald durch einen Wasserfilm hindurchschaut. Taukappen k\u00f6nnen leicht aus Rohren, Karton oder biegsamen Kunststoff selbst hergestellt werden. Um Reflexionen zu vermeiden, sollten sie innen mattschwarz lackiert sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <strong>Sonnenbeobachtung<\/strong> k\u00f6nnen Sie sich leicht passende Filter bauen, die auf die Objektive gesteckt werden. Die Firma Baader Planetarium, Mammendorf, bietet eine Folie samt Bauanleitung g\u00fcnstig an, die <a href=\"http:\/\/www.baader-planetarium.de\/sektion\/s46\/s46.htm#folie\" target=\"_blank\">Astrosolar-Folie<\/a>. Von anderen Filtern (Rettungsfolie, verru\u00dfte Gl\u00e4ser, CDs&#8230;) oder gar von Okularfiltern (D\u00e4mpfgl\u00e4ser, Finsternisbrillen) ist dringend abzuraten, sie bieten keinen Schutz.<\/p>\n<p>Sehr gute Ger\u00e4te \u2013 die aber auch mehr kosten als ein vergleichbares Teleskop \u2013 bieten einen angenehmen Schr\u00e4geinblick und Wechselokulare f\u00fcr verschiedene Vergr\u00f6\u00dferungen, hier lassen sich auch Nebelfilter f\u00fcr die Beobachtung von Gasnebeln einschrauben.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind Ferngl\u00e4ser mit <strong>Bildfeldstabilisatoren<\/strong> auf den Markt gekommen, die zum Teil auch bei Sternen gute Ergebnisse liefern. Allerdings ist die Aufl\u00f6sung meist etwas schlechter als bei fest montierten Ger\u00e4ten \u2013 ein Stativadapter ist also auch hier noch sinnvoll. Vor allem bei russischen Modellen findet man L\u00f6sungen, die ohne Elektronik auskommen \u2013 allerdings muss man den Knopf, der die Stabilisierung einschaltet, zum Teil sehr fest dr\u00fccken, was l\u00e4ngere Beobachtungen erschwert. Andere Modelle werden elektronisch stabilisiert \u2013 solange die Batterien halten.<\/p>\n<p><strong>weiter: <\/strong><a title=\"Die richtige Pflege\" href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=54\">Die richtige Pflege<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ferngl\u00e4ser werden zu allererst durch ein Zahlenpaar charakterisiert, zum Beispiel 8\u2009\u00d7\u200930 oder 7\u2009\u00d7\u200950. Die erste Zahl gibt die Vergr\u00f6\u00dferung an, die zweite die \u00d6ffnung in Millimetern. F\u00fcr die Astronomie sollte die \u00d6ffnung m\u00f6glichst gro\u00df sein und nicht unter 30 mm liegen \u2013 kleinere Ger\u00e4te sind zu lichtschwach und fallen auch von der optischen Qualit\u00e4t her &hellip; <a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=39\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Die Auswahl des richtigen Fernglases<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":36,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-39","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":819,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions\/819"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/36"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}