{"id":355,"date":"2014-04-13T15:49:20","date_gmt":"2014-04-13T13:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=355"},"modified":"2014-04-22T17:09:37","modified_gmt":"2014-04-22T15:09:37","slug":"walfisch","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=355","title":{"rendered":"Walfisch"},"content":{"rendered":"<p>Als Meerungeheuer Cetus geh\u00f6rt auch dieses Sternbild in den Sagenzyklus um Andromeda. Da der Walfisch nur wenige hellere Sterne enth\u00e4lt, ist er am Himmel gut getarnt. In Johann Elert Bodes Sternatlas \u201eUranographia\u201c von 1801 findet man an der S\u00fcdgrenze des Sternbilds noch das heute vergessene Sternbild der \u201eMachina Electrica\u201c (Elektrisiermaschine).<\/p>\n<p><strong><em>\u03bf Ceti<\/em><\/strong> ist auch als <strong><em>Mira<\/em><\/strong>, die Wunderbare, bekannt. Als Namensgeber der Mira-Sterne geh\u00f6rt er zu den bekanntesten Ver\u00e4nderlichen. Der ostfriesische Amateurastronom David Fabricius bemerkte als erster eine Helligkeits\u00e4nderung an diesem Stern, hielt sie jedoch f\u00fcr ein einmaliges Ereignis. Erst 1638 erkannte Johann Fokkens, dass die Schwankungen periodisch erfolgen. Innerhalb von 331 Tagen schwankt die Helligkeit etwa zwischen 3. und 9. Gr\u00f6\u00dfenklasse. Die Helligkeitsschwankungen des Sterns h\u00e4ngen mit \u00c4nderungen seiner Gr\u00f6\u00dfe zusammen: Obwohl Mira nur zwei Sonnenmassen besitzt, schwankt ihr Durchmesser zwischen dem 300- und 400-fachen Sonnendurchmesser. In den Randregionen muss also nach irdischen Ma\u00dfst\u00e4ben ein gutes Vakuum herrschen. W\u00e4hrend der Minima geh\u00f6rt Mira mit einer Oberfl\u00e4chentemperatur von 1900 Grad zu den k\u00fchlsten bekannten Sternen. W\u00e4hrend der Maxima steigt die Temperatur auf 2500 Grad.<\/p>\n<p>Der 3,5<sup>m<\/sup> helle <strong><em>\u03c4 Ceti<\/em><\/strong> ist gerade einmal 11,5 Lichtjahre entfernt und der sonnen\u00e4hnlichste Stern in unserer n\u00e4heren Umgebung. Trotzdem ist er nur halb so leuchtstark wie unsere Sonne. Optisch unterscheidet ihn nichts von anderen Sternen, obwohl 2012 bei ihm Hinweise auf bis zu f\u00fcnf Planeten gefunden wurden \u2013 \u03c4 Ceti erscheint als ein Stern unter vielen anderen. Hier liegt der Reiz bei der Beobachtung wieder einmal im Wissen darin, was man sieht.<\/p>\n<p>Die Galaxie <strong><em>M77<\/em><\/strong> ist mit 8,9<sup>m<\/sup> und einer Ausdehnung von 6\u202f\u00d7\u202f7 Bogenminuten vor allem f\u00fcr etwas gr\u00f6\u00dfere Ferngl\u00e4ser interessant. Sie ist das hellste Mitglied einer Galaxiengruppe in der N\u00e4he von \u03b4 Ceti und befindet sich etwa ein Grad \u00f6stlich von dem 4,1<sup>m<\/sup> hellen Stern. In der Galaxie wurden Gaswolken beobachtet, die sich mit einer Geschwindigkeit von 600 km\/s bewegen und wahrscheinlich von einer Explosion im Kern der Galaxie beschleunigt wurde. Aus ihrer Kernregion stammt auch starke Radiostrahlung. M\u200977 ist etwa 58 Millionen Lichtjahre entfernt und somit das am weitesten entfernte Messier-Objekt. Sie ist viermal leuchtst\u00e4rker als unsere eigene Galaxis.<\/p>\n<figure id=\"attachment_356\" aria-describedby=\"caption-attachment-356\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M77.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-356\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M77.jpg\" alt=\"Die Galaxie M77 im Walfisch ist das am weitesten entfernte Objekt im Messier-Katalog und im Fernglas ein verwaschenes Sternchen.\" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M77.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M77-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-356\" class=\"wp-caption-text\">Die Galaxie M77 im Walfisch ist das am weitesten entfernte Objekt im Messier-Katalog und im Fernglas ein verwaschenes Sternchen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit einem Durchmesser von vier Bogenminuten geh\u00f6rt der <em><strong>Propellernebel NGC 246<\/strong><\/em> zu den ausgedehntesten Planetarischen Nebeln. Er erscheint schon bei zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung fl\u00e4chig, allerdings betr\u00e4gt seine Gesamthelligkeit lediglich 8,0<sup>m<\/sup>, sodass er Gro\u00dfferngl\u00e4sern vorbehalten bleibt. Wer keine Nebelfilter verwenden kann, ist auf indirektes Sehen angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Meerungeheuer Cetus geh\u00f6rt auch dieses Sternbild in den Sagenzyklus um Andromeda. Da der Walfisch nur wenige hellere Sterne enth\u00e4lt, ist er am Himmel gut getarnt. 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