{"id":353,"date":"2014-04-13T15:46:42","date_gmt":"2014-04-13T13:46:42","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=353"},"modified":"2014-04-17T10:14:24","modified_gmt":"2014-04-17T08:14:24","slug":"pegasus","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=353","title":{"rendered":"Pegasus"},"content":{"rendered":"<p>Dieses gro\u00dfe Sternbild f\u00e4llt vor allem wegen der drei Sterne auf, die zusammen mit \u03b1\u00a0Andromedae das Herbst- oder Pegasusviereck bilden. Ansonsten enth\u00e4lt der Pegasus nur wenige helle Sterne, und selbst f\u00fcr ein kleineres Teleskop gibt es nur wenige interessante Ziele. Im Pegasus blicken wir aus der Milchstra\u00dfenebene heraus, erst in 45 Millionen Lichtjahren Entfernung befindet sich mit NGC 7331 die n\u00e4chste Galaxie.<\/p>\n<p><strong><em>\u03b2 Pegasi<\/em><\/strong> ist ein orangefarbener Stern in 199 Lichtjahren Entfernung. Seine Helligkeit schwankt langsam und in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zwischen 2,1 und 3,0<sup>m<\/sup>. Zum Vergleich bieten sich die \u00fcbrigen Sterne des Herbstvierecks an. Dabei lohnt auch ein Blick auf die Farben der Sterne: Der 2,8<sup>m<\/sup> helle \u03b3 Pegasi erscheint bl\u00e4ulich, w\u00e4hrend sowohl der 2,5<sup>m<\/sup> helle \u03b1 Pegasi als auch der 2,1<sup>m<\/sup> helle \u03b1 Andromedae eher bl\u00e4ulich-wei\u00df wirken.<\/p>\n<p><strong><em>51 Pegasi<\/em><\/strong> ist ein unauff\u00e4lliger, 50 Lichtjahre entfernter Stern, der 1,3 mal heller als unsere Sonne ist. Mit 5,5<sup>m<\/sup> ist er in guten N\u00e4chten mit blo\u00dfem Auge etwa auf halber H\u00f6he zwischen \u03b1 und \u03b2 Pegasi zu finden, auf der Verbindungslinie zwischen \u03b1 und \u03bc Pegasi. Auch im Teleskop wirkt er unspektakul\u00e4r. Er wurde 1995 ber\u00fchmt, als Michel Mayor und Didier Queloz von der Genfer Sternwarte einen Planeten mit einer halben Jupitermasse nachweisen konnten \u2013 den ersten au\u00dferhalb des Sonnensystems. Den Hinweis lieferten leichte Ver\u00e4nderungen in der Position des Sterns, die nur im Spektrum des Sterns zu bemerken waren. Der Planet ist lediglich sieben Millionen Kilometer von dem Stern entfernt und entstand vermutlich in gr\u00f6\u00dferer Entfernung.<\/p>\n<p><strong><em>AG Pegasi<\/em><\/strong> ist ein unregelm\u00e4\u00dfiger Ver\u00e4nderlicher, den man 3,5 Grad nord\u00f6stlich von \u03b5 Pegasi finden kann. Zwischen 1850 und 1870 steigerte er seine Helligkeit von 9 auf 6<sup>m<\/sup>, ab 1920 sank die Helligkeit wieder. Um die Jahrtausendwende betrug sie etwa 8,7<sup>m<\/sup>. Mit der Helligkeitsabnahme konnten auch Ver\u00e4nderungen im Sternspektrum beobachtet werden, darunter auch eine Zunahme des Titanoxid-Gehaltes. AG\u00a0Pegasi geh\u00f6rt zu den Z-Andromedae-Sternen. Dabei handelt es sich um ein enges System aus einem k\u00fchlen Riesenstern und einem wei\u00dfen Zwergstern. Wenn Gas von dem Riesenstern auf den Zwerg wechselt, wird es aufgeheizt. Da der Masseaustausch unregelm\u00e4\u00dfig abl\u00e4uft, ver\u00e4ndert sich auch die Helligkeit des Systems unvorhersagbar. Zus\u00e4tzlich kann die Helligkeit des Riesensterns schwanken.<\/p>\n<p><em><strong>M15<\/strong><\/em> ist ein 30\u2009600 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen, der prinzipiell schon mit blo\u00dfem Auge als 6,2<sup>m<\/sup> heller Lichtfleck vier Grad nordwestlich von \u03b5 Pegasi sichtbar ist. Das Fernglas zeigt zwei etwa 7,4<sup>m<\/sup> helle Sterne und einen 6,1<sup>m<\/sup> hellen Stern, die einen bis zu 15 Bogenminuten gro\u00dfen Nebelfleck umrahmen. Der 160 Lichtjahre gro\u00dfe Kugelsternhaufen kann im Fernglas nat\u00fcrlich nicht in Sterne aufgel\u00f6st werden, und auch sein bemerkenswertestes Detail bleibt verborgen: Der nur eine Bogensekunde gro\u00dfe und 13,8<sup>m<\/sup> helle Pease 1 war lange Zeit der einzige planetarische Nebel, der in einem Kugelsternhaufen bekannt war. Mittlerweile wurde auch in M22 im Sch\u00fctze eine Sternleiche entdeckt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_358\" aria-describedby=\"caption-attachment-358\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-358\" alt=\"M15 im Pegasus geh\u00f6rt zu den helleren Kugelsternhaufen, dennoch ist er deutlich kompakter als M13 im Herkules oder Omega Centauri. \" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M15.jpg\" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M15.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M15-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-358\" class=\"wp-caption-text\">M15 im Pegasus geh\u00f6rt zu den helleren Kugelsternhaufen, dennoch ist er deutlich kompakter als M13 im Herkules oder Omega Centauri.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><em>NGC 7331<\/em><\/strong> ist die hellste Galaxie im Pegasus und 40 bis 65 Millionen Lichtjahre entfernt. Mit 10,3<sup>m<\/sup> ist diese Spiralgalaxie nicht allzu auff\u00e4llig, als einige Bogenminuten langen Strich kann man sie dennoch im Fernglas erkennen. Die Galaxie wird gelegentlich als Grundlage f\u00fcr Darstellungen unserer Milchstra\u00dfe genutzt. Eine Reihe weiterer Galaxien in ihrer N\u00e4he bleibt unsichtbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses gro\u00dfe Sternbild f\u00e4llt vor allem wegen der drei Sterne auf, die zusammen mit \u03b1\u00a0Andromedae das Herbst- oder Pegasusviereck bilden. Ansonsten enth\u00e4lt der Pegasus nur wenige helle Sterne, und selbst f\u00fcr ein kleineres Teleskop gibt es nur wenige interessante Ziele. 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