{"id":345,"date":"2014-04-13T15:39:35","date_gmt":"2014-04-13T13:39:35","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=345"},"modified":"2014-04-23T19:19:17","modified_gmt":"2014-04-23T17:19:17","slug":"andromeda","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=345","title":{"rendered":"Andromeda"},"content":{"rendered":"<p>Die Andromeda steht im Zentrum eines griechischen Sagenzyklus, zu dem viele am Herbsthimmel sichtbare Sternbilder geh\u00f6ren, darunter Pegasus, Perseus, Cassiopeia, Cepheus und Cetus, der Walfisch. Ihre auff\u00e4llige Sternenkette, die in das Herbstviereck \u00fcbergeht, ist leicht zu finden.<\/p>\n<p><strong><em>GX Andromedae<\/em><\/strong> ist auch als <em><strong>Groombridge 34<\/strong><\/em> bekannt und ein unauff\u00e4lliger physischer Doppelstern aus zwei roten Zwergsternen. Die beiden Sterne sind 8,2 und 10,6<sup>m<\/sup> hell und stehen etwa 40 Bogensekunden auseinander \u2013 kein besonders auff\u00e4lliges Objekt also, das 15 Bogenminuten n\u00f6rdlich des 6,1<sup>m<\/sup> hellen 26 Andromedae liegt. Die beiden Sterne geh\u00f6ren zu den sonnenn\u00e4chsten Sternen: Sie sind nur 11,2 Lichtjahre von der Erde entfernt und ver\u00e4ndern ihre Position innerhalb von 20 Jahren um etwa eine Bogenminute. Obwohl die beiden Sterne bereits seit 1860 beobachtet werden, ist noch unbekannt, wie lange es dauert, bis sie sich einmal umkreisen \u2013 eine Sch\u00e4tzung aus dem Jahr 1957 liegt bei 3000 Jahren. 160 Astronomische Einheiten trennen die beiden Sterne voneinander.<\/p>\n<p>Der <strong><em>Andromedanebel M31<\/em><\/strong> ist wohl die bekannteste Galaxie und hat schon sehr viele Beobachter beim Blick durch das Teleskop entt\u00e4uscht. Allein die 12\u2009000 Lichtjahre durchmessende zentrale Verdickung erscheint 20 Bogenminuten gro\u00df, was zwei Dritteln des Vollmonddurchmessers entspricht. Die gesamte Andromedagalaxie erstreckt sich \u00fcber fast drei Grad \u2013 nur wenige Teleskope haben ein so gro\u00dfes Gesichtsfeld. Im Fernglas ist die 4,3<sup>m<\/sup> helle Galaxie hingegen mehr als auff\u00e4llig. Zwar lassen sich keine einzelnen Sterne erkennen, aber die elliptische Form der um 15 Grad zur Sichtlinie geneigten Galaxie ist deutlich zu erkennen, und sp\u00e4testens im 10\u2009\u00d7\u200950 sollten Sie Zentralbereich, Spiralarme und Halo unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_563\" aria-describedby=\"caption-attachment-563\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-563\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M31.jpg\" alt=\"Wa\u0308hrend der Zentralbereich von M 31 leicht zu erkennen ist, sind die Spiralarme nur auf Fotografien deutlich zu sehen.\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M31.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M31-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-563\" class=\"wp-caption-text\">Wa\u0308hrend der Zentralbereich von M 31 leicht zu erkennen ist, sind die Spiralarme nur auf Fotografien deutlich zu sehen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unter guten Bedingungen ist M31 schon mit dem blo\u00dfen Auge deutlich erkennen. Bereits im Jahr 902 nach Christus wurde sie zum ersten Mal schriftlich in dem \u201eBuch der Sterne\u201c des arabischen Astronomen Al Sufi als \u201ekleine Wolke\u201c erw\u00e4hnt. Durch die Cepheiden-Beobachtungen von Edwin Hubble wurde ihre wahre Natur als Galaxie im Jahr 1923 enth\u00fcllt, und 1944 erkannte Walter Baade in M31 zwei verschiedene Sternklassen, die er in Population-I- und Population-II-Sterne unterteilte \u2013 diese Klassifikation wird auch heute noch benutzt.<\/p>\n<p>Genau wie unsere eigene Milchstra\u00dfe mit den Magellanschen Wolken hat auch M31 zwei gr\u00f6\u00dfere Begleitgalaxien: M32 und M110. In der N\u00e4he von M32 ist die Form der Andromedagalaxie durch die Masse ihrer Begleitgalaxie deutlich gest\u00f6rt. Mit einem Durchmesser von 150\u2009000 Lichtjahren ist M31 gr\u00f6\u00dfer als unsere Milchstra\u00dfe. Ihre Leuchtkraft entspricht der von 73 Milliarden Sonnen. Damit ist die 2,5 bis 3,2 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie 3,2 mal heller als die Milchstra\u00dfe und sogar heller als alle \u00fcbrigen Mitglieder der lokalen Gruppe zusammen.<\/p>\n<p><strong><em>M32<\/em><\/strong> ist eine 5,2 Millionen Lichtjahre entfernte Satellitengalaxie von M31 und nur 6000 Lichtjahre gro\u00df. Daher erscheint sie bei niedriger Vergr\u00f6\u00dferung fast wie ein Stern, im 10\u2009\u00d7\u200950 ist sie aber bereits problemlos zu sehen. M32 ist 9,1<sup>m<\/sup> hell und nur sieben Bogenminuten gro\u00df. Es handelt sich um eine elliptische Galaxie, die vor allem \u00e4ltere Sterne enth\u00e4lt, Gas- und Staubwolken sind selten in ihr. Wahrscheinlich hat sie einiges ihrer Masse an M31 verloren.<\/p>\n<p>Der zweite Begleiter des Andromedanebels ist <strong><em>M110<\/em><\/strong>. Mit 12\u2009\u00d7\u200920 Bogenminuten ist die nur eine Million Lichtjahre entfernte Galaxie recht schwer zu sehen, da sie nur eine geringe Fl\u00e4chenhelligkeit besitzt. In kleineren Ger\u00e4ten bleibt sie daher meist unsichtbar, zumindest im 10\u2009\u00d7\u200950 sollte sie aber kein zu gro\u00dfes Problem darstellen. Mit einem Durchmesser von 12\u2009000 Lichtjahren ist sie zwar doppelt so gro\u00df wie M32, trotzdem hat sie nur ein Zehntel der Ausdehnung der Andromedagalaxie. Sie enth\u00e4lt neben alten, roten Sternen auch noch j\u00fcngere Sterne.<\/p>\n<p>Der 3400 Lichtjahre entfernte offene Sternhaufen <strong><em>NGC 752<\/em><\/strong> enth\u00e4lt in einem Gebiet mit 50 Bogenminuten Durchmesser fast 100 Sterne, von denen zwei Dutzend im Fernglas sichtbar sind. Er befindet sich f\u00fcnf Grad s\u00fcds\u00fcdwestlich von \u03b3\u00a0Andromedae, einem h\u00fcbschen Doppelstern f\u00fcr das Teleskop, der wie eine Miniaturausgabe von Albireo im Schwan wirkt. Sein Zentrum wird durch einen 7,1<sup>m<\/sup> hellen Stern markiert, zwei weitere Sterne sechster Gr\u00f6\u00dfe stehen im S\u00fcdwesten des Sternhaufens. Diese Sterne geh\u00f6ren jedoch nicht zu NGC 752. Die hellsten Sterne des Sternhaufens erreichen nur 8,0<sup>m<\/sup>, seine Gesamthelligkeit betr\u00e4gt <sup>m<\/sup>.<\/p>\n<p>Der Sternhaufen ist \u00fcber eine Milliarde Jahre alt und entstand wahrscheinlich in den Randbereichen der Milchstra\u00dfe. Mittlerweile steht er oberhalb der Milchstra\u00dfenebene. NGC 752 zeigt sowohl Merkmale eines offenen Sternhaufens als auch eines Kugelsternhaufens.<\/p>\n<p>Der <em><strong>Blue Snowball NGC 7662<\/strong><\/em> ist ein 1800 Lichtjahre entfernter Planetarischer Nebel, der im Fernglas nur als 8,2<sup>m<\/sup> helles Sternchen erscheint. Da er erst bei hundertfacher Vergr\u00f6\u00dferung fl\u00e4chig erscheint, ist er am sichersten \u00fcber seine blaugr\u00fcne F\u00e4rbung zu identifizieren. Er geh\u00f6rt zu den hellsten Vertretern seiner Art und hat einen extrem hei\u00dfen Zentralstern: Der 13,2<sup>m<\/sup> helle Sternrest hat eine Oberfl\u00e4chentemperatur von etwa 75\u2009000 Grad.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Andromeda steht im Zentrum eines griechischen Sagenzyklus, zu dem viele am Herbsthimmel sichtbare Sternbilder geh\u00f6ren, darunter Pegasus, Perseus, Cassiopeia, Cepheus und Cetus, der Walfisch. Ihre auff\u00e4llige Sternenkette, die in das Herbstviereck \u00fcbergeht, ist leicht zu finden. GX Andromedae ist auch als Groombridge 34 bekannt und ein unauff\u00e4lliger physischer Doppelstern aus zwei roten Zwergsternen. 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