{"id":338,"date":"2014-04-13T15:27:49","date_gmt":"2014-04-13T13:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=338"},"modified":"2014-04-21T22:12:44","modified_gmt":"2014-04-21T20:12:44","slug":"skorpion","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=338","title":{"rendered":"Skorpion"},"content":{"rendered":"<p>Der Skorpion geh\u00f6rt zu den wenigen Sternbildern, in denen man das Tier erkennen kann, das sie symbolisieren sollen. In seiner vollen Pracht ist der Skorpion mit seinem hoch aufgerichteten Stachel aber nur von s\u00fcdlicheren L\u00e4ndern aus zu sehen, von Mitteleuropa aus bleiben weite Teile seines K\u00f6rpers unter dem Horizont oder zumindest im Horizontdunst verborgen. Bereits vom Mittelmeerraum aus ist er deutlich besser zu beobachten.<\/p>\n<p>Der 6,5<sup>m<\/sup> helle <strong><em>M4<\/em><\/strong> ist unter optimalen\u00a0 Bedingungen schon mit blo\u00dfem Auge sichtbar. Der Kugelsternhaufen hat einen Durchmesser von etwa 10 Bogenminuten und ist leicht zu finden, wenn man von Antares 1,3 Grad nach Westen schwenkt. Mit Antares und \u03c1\u00a0Scorpii bildet er ein flaches Dreieck. Bereits im 7\u2009\u00d7\u200950 kann man eine Kette aus Sternen erkennen, die durch sein Zentrum verl\u00e4uft, und bereits ab f\u00fcnfzehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung zeigt ein Gro\u00dffernglas die ersten Einzelsterne. Er ist nur 7000 Lichtjahre entfernt und damit der n\u00e4chste Kugelsternhaufen. Sein Durchmesser betr\u00e4gt rund 40 Lichtjahre.<\/p>\n<p>Nur bei exzellenter Horizontsicht sind die beiden offenen Sternhaufen <strong><em>M6 und M7<\/em><\/strong> zu erkennen \u2013 ein h\u00fcbsches Paar, das noch in das Bildfeld eines Feldstechers passt. Der 4,0<sup>m<\/sup> helle Schmetterlingshaufen M\u20096 ist 20 Bogenminuten gro\u00df und zeigt im Fernglas zwei \u201eFl\u00fcgel\u201c, die von einem dichteren \u201eK\u00f6rper\u201c ausgehen. Er befindet sich in etwa 1500 Lichtjahren Entfernung zwischen unserem Spiralarm und dem Sagittarius-Carina-Arm.<\/p>\n<p><strong><em>M7<\/em><\/strong> befindet sich 3,5 Grad s\u00fcd\u00f6stlich von M6. Trotz einer Helligkeit von 3,0<sup>m<\/sup> ist er durch den Horizontdunst noch schwerer zu erkennen. Er hat einen Durchmesser von 1,3 Grad und befindet sich in einem grandiosen Sternenfeld, das zur zentralen Verdickung unserer Galaxis geh\u00f6rt. Etwa ein Drittel seiner 80 Sterne ist hell genug, um im Fernglas sichtbar zu sein. M7 ist das s\u00fcdlichste Messier-Objekt und steht in 850 Lichtjahren Entfernung.<\/p>\n<p><em><strong>M80<\/strong><\/em> steht hoch im Norden des Skorpions auf halber Strecke zwischen Antares und \u03b2\u00a0Scorpii in einem reichen Sternenfeld. Der 26\u2009000 Lichtjahre entfernte Kugelsternhaufen erscheint auch in kleineren Ferngl\u00e4sern als nur 5 Bogenminuten gro\u00dfer, runder Lichtfleck. Er erinnert somit an einen hellen, kleinen Kometen. M\u200980 ist einer der wenigen Kugelsternhaufen, in denen bislang eine Nova beobachtet wurde: T Scorpii erreichte am 21. Mai 1860 kurzfristig 6,8<sup>m<\/sup>, heute liegt seine Helligkeit wieder konstant bei 12,0<sup>m<\/sup>.<\/p>\n<p>Zwischen M80 und \u03c1 Ophiuchi im Westen befindet sich eine ausgedehnte Dunkelwolke, die William Herschel als \u201eLoch im Himmel\u201c bezeichnete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Skorpion geh\u00f6rt zu den wenigen Sternbildern, in denen man das Tier erkennen kann, das sie symbolisieren sollen. In seiner vollen Pracht ist der Skorpion mit seinem hoch aufgerichteten Stachel aber nur von s\u00fcdlicheren L\u00e4ndern aus zu sehen, von Mitteleuropa aus bleiben weite Teile seines K\u00f6rpers unter dem Horizont oder zumindest im Horizontdunst verborgen. 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