{"id":336,"date":"2014-04-13T15:25:38","date_gmt":"2014-04-13T13:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=336"},"modified":"2014-04-23T22:45:15","modified_gmt":"2014-04-23T20:45:15","slug":"schwan","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=336","title":{"rendered":"Schwan"},"content":{"rendered":"<p>Der Schwan fliegt als \u201eKreuz des Nordens\u201c entlang der Milchstra\u00dfe, sein Schwanzstern Deneb geh\u00f6rt zu den Sternen des Sommerdreiecks. Deneb ist ein 1800 Lichtjahre entfernter \u00dcberriese mit der 17\u2009000-fachen Leuchtkraft der Sonne. Beim Blick in den Schwan sehen wir tief in unseren Spiralarm der Milchstra\u00dfe hinein, den Orion-Cygnus-Arm.<\/p>\n<p><strong><em>\u03b2 Cygni (Albireo)<\/em><\/strong> geh\u00f6rt vor allem im Teleskop zu den beeindruckendsten Doppelsternen, da man sehr sch\u00f6n den Farbkontrast zwischen dem gelben, 3,1<sup>m<\/sup> hellen Hauptstern und seinem 4,6<sup>m<\/sup> hellen, bl\u00e4ulichen Begleiter erkennen kann. Im Fernglas sind die beiden 34 Bogensekunden auseinander stehenden Sterne nicht ganz so eindrucksvoll zu trennen. Beide Sterne sind 380 Lichtjahre entfernt und stehen 4400 AE auseinander, was etwa dem 55-fachen Durchmesser des Sonnensystems entspricht. Ob sie ein physisches Doppelsternsystem bilden, ist noch unklar. Der hellere Stern ist zus\u00e4tzlich ein spektroskopischer Doppelstern.<\/p>\n<p>Zwischen \u03b1 und \u03b4 Cygni liegt mit <strong><em>\u03bf\u00b9 Cygni (31 Cygni)<\/em><\/strong> ein optischer Dreifachstern, der wie Albireo einen h\u00fcbschen Farbkontrast zeigt. Im Zentrum steht der orangefarbene 31 Cygni, ein 3,8 bis 4,2<sup>m<\/sup> heller Bedeckungsver\u00e4nderlicher in 1350 Lichtjahren Entfernung. Sein unsichtbarer Begleiter umkreist einmal in 10,42 Jahren. 107 Bogenminuten s\u00fcdlich von ihm steht ein 7,0<sup>m<\/sup> heller Stern, der bl\u00e4ulich erscheint. Er steht in 1720 Lichtjahren Entfernung. 338 Bogensekunden n\u00f6rdlich von 31 Cygni befindet sich 4,8<sup>m<\/sup> heller Stern, der t\u00fcrkisfarben erscheint. Er ist nur 720 Lichtjahre entfernt.<\/p>\n<p><strong><em>61 Cygni<\/em><\/strong> ist ein eher unauff\u00e4lliger Doppelstern aus zwei orangefarbenen Zwergsternen. Ab zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung k\u00f6nnen Sie einen 5,2 und einen 6,0<sup>m<\/sup> hellen Stern erkennen. Sie umkreisen einander wohl einmal in 653 Jahren. Zu dem System geh\u00f6rt au\u00dferdem noch ein brauner Zwergstern.<\/p>\n<p>61\u202fCygni ist vor allem von historischem Interesse: 1838 gelang Friedrich Bessel an ihm die erste Parallaxenmessung. Innerhalb eines halben Jahres pendelt seine Position gegen\u00fcber den weiter entfernten Hintergrundsternen um 0,3 Bogensekunden. Der Grund daf\u00fcr ist die Bewegung der Erde um die Sonne, die zu einer Verschiebung der Perspektive f\u00fchrt. Aus dieser Verschiebung konnte Bessel zum ersten Mal die Entfernung eines Sterns bestimmen. Bessel errechnete eine Entfernung von 10,3 Lichtjahren, moderne Messungen liefern einen Wert von 11,4 Lichtjahren. Damit ist 61 Cygni der viertn\u00e4chste Stern, der mit blo\u00dfem Auge beobachtet werden kann.<\/p>\n<p><strong><em>Harrington 10<\/em><\/strong> ist ein 3\u2009\u00d7\u200910 Grad gro\u00dfer Dunkelnebel, der auch mit blo\u00dfem Auge als gerade, dunkle Linie sieben Grad n\u00f6rdlich von Deneb zu sehen ist. Im Fernglas, das weit mehr Milchstra\u00dfensterne zeigt, wirkt er beeindruckender, allerdings lassen sich erst im Gro\u00dffernglas erste Details an seinem Rand erkennen.<\/p>\n<p><strong><em>M39<\/em><\/strong> ist ein offener Sternhaufen in 830 Lichtjahren Entfernung. Etwa 25 Sterne bilden ein weites Dreieck 10 Grad nord\u00f6stlich von Deneb, das vor den schw\u00e4cheren Feldsternen einen sch\u00f6nen Anblick bietet. Der hellste Stern ist 7,0<sup>m<\/sup> hell, die Gesamthelligkeit der 200 Millionen Jahre alten Gruppe liegt bei 4,6<sup>m<\/sup>. Damit ist er schon f\u00fcr das blo\u00dfe Auge als Nebel zu erkennen \u2013 die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung stammt von Aristoteles aus dem Jahr 325 vor Christus.<\/p>\n<p>Der <strong><em>Nordamerikanebel (NGC\u202f7000)<\/em><\/strong> ist mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 2,5\u2009\u00d7\u20093 Grad f\u00fcr die meisten Teleskope viel zu ausgedehnt, im Fernglas ist er hingegen gut sichtbar. Allerdings hat er eine geringe Fl\u00e4chenhelligkeit, sodass er nur schwer vom Himmelshintergrund und den Milchstra\u00dfensternen zu unterscheiden ist. Wenn man wei\u00df, wo er sich befindet, ist er aber auch f\u00fcr das blo\u00dfe Auge erahnbar. Er wurde erst 1786 von William Herschel entdeckt. Seine Form erinnert an den nordamerikanischen Kontinent. Es handelt sich um einen wahrscheinlich 2000 Lichtjahre entfernten Emissionsnebel, der wohl durch den drei Grad entfernten Deneb zum Leuchten angeregt wird.<\/p>\n<p>Der <strong><em>N\u00f6rdliche Kohlensack (Lynds 906)<\/em><\/strong> ist der gr\u00f6\u00dfte Dunkelnebel am Nordhimmel und entspricht dem 2,5 Grad breiten Nordende der gro\u00dfen Teilung unserer Milchstra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwan fliegt als \u201eKreuz des Nordens\u201c entlang der Milchstra\u00dfe, sein Schwanzstern Deneb geh\u00f6rt zu den Sternen des Sommerdreiecks. Deneb ist ein 1800 Lichtjahre entfernter \u00dcberriese mit der 17\u2009000-fachen Leuchtkraft der Sonne. 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