{"id":334,"date":"2014-04-13T15:23:01","date_gmt":"2014-04-13T13:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=334"},"modified":"2014-04-23T22:44:40","modified_gmt":"2014-04-23T20:44:40","slug":"schuetze","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=334","title":{"rendered":"Sch\u00fctze"},"content":{"rendered":"<p>Das Sternbild Sch\u00fctze steigt in unseren Breiten leider nie besonders hoch \u00fcber den Horizont. Neben dem Zentrum der Milchstra\u00dfe enth\u00e4lt es eine Vielzahl sch\u00f6ner Ziele, die nur kurze Zeit w\u00e4hrend der Sommermonate beobachtet werden k\u00f6nnen. Der Zentralbereich des Sternbildes\u00a0 wird vor allem in Nordamerika h\u00e4ufig als Teekanne gedeutet.<\/p>\n<p>Der 30\u2009\u00d7\u200945 Bogenminuten gro\u00dfe <strong><em>Lagunennebel M8<\/em><\/strong> ist im Fernglas gut zu erkennen, wenn der Himmelshintergrund ausreichend dunkel ist. Der westliche Teil des Nebels wird durch den 6,0<sup>m<\/sup> hellen Stern 9 Sagittarii beleuchtet, der so hell ist wie 1,6 Millionen Sonnen. Im Ostteil des Nebels kann man einige Sterne siebter bis neunter Gr\u00f6\u00dfe erkennen, die zu dem offenen Sternhaufen NGC 6530 geh\u00f6ren. Ob der 5200 Lichtjahre entfernte Sternhaufen im Lagunennebel oder davor steht, ist noch unklar, da die Entfernungsmessung bei Nebeln schwierig ist.<\/p>\n<p><strong><em>M17<\/em><\/strong> tr\u00e4gt auch die Namen <strong><em>Omega-, Hufeisen- <\/em><\/strong>und<strong><em> Schwanennebel<\/em><\/strong>. Der 6800 Lichtjahre entfernte Nebel erinnert vor allem im Gro\u00dffernglas an die Ziffer 2, bereits in einem kleineren Fernglas ist er aber zu ersp\u00e4hen. Er wird im Norden und Westen durch Dunkelwolken scharf begrenzt, w\u00e4hrend seine anderen R\u00e4nder weniger klar definiert sind. Die Dunkelwolke in seinem Zentrum wird gelegentlich als Fischmaul bezeichnet.<\/p>\n<p>Ein Grad s\u00fcdlich des Omeganebels befindet sich <strong><em>M18<\/em><\/strong>, ein eher unauff\u00e4lliger offener Sternhaufen mit nur neun Bogenminuten Durchmesser, von dem nur die vier hellsten Sterne aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Die \u00fcbrigen Sterne des 50 Millionen Jahre alten Sternhaufens verschwimmen zu einem schwachen Schimmern. Er ist 4100 Lichtjahre entfernt und befindet sich in dem Zwischenraum zweier Spiralarme, kurz vor dem Sagittarius-Carina-Arm.<\/p>\n<p>Der <strong><em>Trifidnebel M20<\/em><\/strong> ist nur unter optimalen Bedingungen als 30 Bogenminuten gro\u00dfes, schwaches Schimmern zu erkennen. Die namensgebende Dreiteilung ist im Fernglas aber nicht zu erkennen. Der s\u00fcdliche Teil des Nebels ist ein Emissionsnebel und der eigentliche Trifidnebel. Im Norden schlie\u00dft einer der wenigen Reflexionsnebel an, die hell genug sind, um im Fernglas sichtbar zu sein.<\/p>\n<p><strong><em>M20<\/em><\/strong> liegt am Ende eines Dunkelnebelkomplexes, der den Lagunennebel M8 umgibt. In den Trifidnebel sind die Sterne von Webb&#8217;s Kreuz eingebettet, einem kleinen Sternhaufen, der aus dem Nebel entstanden ist und ihn heute zum Leuchten anregt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das blo\u00dfe Auge verschmilzt Webb&#8217;s Kreuz mit <strong><em>M21<\/em><\/strong>, einem recht jungen offenen Sternhaufen, von dem rund drei Dutzend Sterne aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Er hat einen Durchmesser von 13 Bogenminuten und ist etwa 5200 Lichtjahre entfernt.<\/p>\n<p>Der nur 10\u2009000 Lichtjahre entfernte Kugelsternhaufen <strong><em>M22<\/em><\/strong> ist 5,1<sup>m<\/sup> hell und zeigt im Gro\u00dffernglas bereits erste Einzelsterne, bei niedrigerer Vergr\u00f6\u00dferung bleibt er ein recht heller Nebel. Innerhalb von 24 Bogenminuten oder 75 Lichtjahren befinden sich etwa 500\u2009000 Sterne. Da er von Mitteleuropa aus betrachtet nie besonders hoch \u00fcber den Horizont steigt, ist er vergleichsweise unbekannt, obwohl er den Vergleich mit dem 24\u2009000 Lichtjahre entfernten M13 nicht zu scheuen braucht. M22 wurde im Jahr 1665 von Abraham Ihle als erster Kugelsternhaufen identifiziert.<\/p>\n<p>Welches Objekt sich wirklich hinter <strong><em>M24<\/em><\/strong> verbirgt, ist bis heute unklar. H\u00e4ufig wird NGC 6603 mit ihm identifiziert, Messiers Beschreibung passt jedoch besser zu der 1\u2009\u00d7\u20092 Grad gro\u00dfen Kleinen Sternwolke im Sch\u00fctze. Sie erscheint als gro\u00dfer Nebel mit einer Vielzahl von Sternen und ist auch f\u00fcr das blo\u00dfe Auge auff\u00e4llig. M24 erstreckt sich nord\u00f6stlich von \u00b5 Sagittarii und ist Teil des 12\u2009000 bis 16\u2009000 Lichtjahre entfernten Norma-Spiralarms.<\/p>\n<p><strong><em>M28<\/em><\/strong> befindet sich nicht ganz ein Grad n\u00f6rdlich des 2,8<sup>m<\/sup> hellen \u03bb Sagittarii, der somit gut zur Orientierung genutzt werden kann. Der 19\u2009000 Lichtjahre entfernte Kugelsternhaufen enth\u00e4lt rund 100\u2009000 Sterne und erscheint im Fernglas als 15 Bogenminuten gro\u00dfer und 6,9<sup>m<\/sup> heller Lichtfleck, in dem keine Einzelsterne aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Seine hellsten Sterne erreichen lediglich 14. Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Im S\u00fcden des Sch\u00fctzen, an der Basislinie der \u201eTeekanne\u201c, passen mit <strong><em>M54, M69 und M70<\/em><\/strong> gleich drei Kugelsternhaufen in das Gesichtsfeld eines Fernglases: Nicht ganz 5,5 Grad liegen zwischen M54 und M69. M54 ist der \u00f6stlichste der Gruppe. Er liegt 1,5 Grad wests\u00fcdwestlich des 2,6<sup>m<\/sup> hellen \u03b6 Sagittarii und erscheint als 7,6<sup>m<\/sup> heller Nebelfleck. Er ist sehr dicht konzentriert und nur neun Bogenminuten gro\u00df. Mit einer Entfernung von 85\u2009000 Lichtjahren ist M54 nicht nur der entfernteste Kugelsternhaufen des Messier-Kataloges, sondern befindet sich auch weit au\u00dferhalb unserer Galaxis. Er geh\u00f6rt zu der 80\u2009000 Lichtjahre entfernten Sagittarius Dwarf Spheroidal Galaxy, einer Begleitgalaxie unserer Milchstra\u00dfe, die langsam in unsere Galaxis hineinst\u00fcrzt. Die Zwerggalaxie hat die Leuchtkraft von 33 Millionen Sonnen, die sich aber auf eine gro\u00dfe Fl\u00e4che verteilt. Daher sind ihre konzentrierteren Kugelsternhaufen leichter zu sehen als die Galaxie, die Fotografien vorbehalten bleibt.<\/p>\n<p><strong><em>M\u200969<\/em><\/strong> ist ein nur 33\u2009580 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen und geh\u00f6rt genau wie M\u200970 zu unserer Galaxis. M\u200969 erscheint als 7,5<sup>m<\/sup> heller Nebelfleck mit einem Durchmesser von etwa sieben Bogenminuten. Nur vier Bogenminuten vom Zentrum entfernt steht ein 8,0<sup>m<\/sup> heller Vordergrundstern, die Sterne des Kugelsternhaufens selbst erreichen lediglich 14. Gr\u00f6\u00dfe und bleiben Teleskopen vorbehalten. M\u200969 steht 2,5 Grad nord\u00f6stlich von \u03b5 Sagittarii.<\/p>\n<p><em><strong>M70<\/strong><\/em> befindet sich 2,5 Grad \u00f6stlich von M\u200969 und bietet einen \u00e4hnlichen Anblick, mit 7,9<sup>m<\/sup> erscheint er lediglich etwas dunkler und konzentrierter. Er ist mit 35\u2009000 Lichtjahren nur wenig weiter entfernt als M\u200969, die beiden Kugelsternhaufen bilden also auch r\u00e4umlich ein Paar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sternbild Sch\u00fctze steigt in unseren Breiten leider nie besonders hoch \u00fcber den Horizont. 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