{"id":323,"date":"2014-04-13T15:13:10","date_gmt":"2014-04-13T13:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=323"},"modified":"2014-04-17T10:15:54","modified_gmt":"2014-04-17T08:15:54","slug":"leier","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=323","title":{"rendered":"Leier"},"content":{"rendered":"<p>Die Leier mit dem hellen Hauptstern Wega ist ein kleines aber markantes Sternbild. Die Deep-Sky-Objekte in der Leier sind vor allem im Teleskop reizvoll, daf\u00fcr bieten die hellen Sterne einiges f\u00fcr das Auge.<\/p>\n<p><strong><em>\u03b1 Lyrae (Wega)<\/em><\/strong> ist nur 25 Lichtjahre entfernt und ein sehr junger Stern, der noch von einer Staubscheibe umgeben ist, aus der sich vielleicht ein Planetensystem bildet. Mit 0,03<sup>m<\/sup> ist Wega der f\u00fcnfthellste Stern am Himmel. Vor 12\u2009000 Jahren befand sich der n\u00f6rdliche Himmelsnordpol in der N\u00e4he der Wega, durch die Taumelbewegung der Erdachse (die Pr\u00e4zession) liegt er jetzt in der direkten N\u00e4he des heutigen Polarsterns im Kleinen Wagen. Wega war der erste Stern, der fotografiert wurde: Das erste Astrofoto wurde in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1850 am Harvard-Observatorium aufgenommen. Die Aufnahme wurde 100 Sekunden lang durch ein 15-Zoll-Teleskop belichtet.<\/p>\n<p><em><strong>\u03b2 Lyrae (Sheliak)<\/strong><\/em> geh\u00f6rt zu den Sternen, die am besten erforscht sind. Im Fernglas kann man deutlich zwei Sterne erkennen, die 46 Bogensekunden voneinander getrennt sind. Der dunklere Stern ist konstant 6,7<sup>m<\/sup> hell, w\u00e4hrend der hellere Stern zu den bemerkenswertesten Bedeckungsver\u00e4nderlichen geh\u00f6rt. Innerhalb von 12,94 Tagen sinkt seine Helligkeit zweimal von 3,3<sup>m<\/sup> auf 3,8<sup>m<\/sup> und 4,1<sup>m<\/sup> ab. Anhand des ebenfalls 3,3<sup>m<\/sup> hellen \u03b3 Lyrae kann man den Lichtwechsel gut erkennen. \u03b2\u00b9 besteht aus zwei Sternen mit f\u00fcnfzehn- und neunzehnfachem Sonnendurchmesser, zwischen denen nur 35 Millionen Kilometer liegen. Dadurch \u00fcberlappen sich die Atmosph\u00e4ren der beiden Sterne, die deshalb elliptisch verzerrt werden. Au\u00dferdem tauschen sie gegenseitig Materie aus, wodurch sich die Periode verlangsamt. Die Lichtkurve erscheint durch die Verformung der Sterne abgerundet.<\/p>\n<p>Zu dem 880 Lichtjahre entfernten \u03b2-Lyrae-System geh\u00f6ren noch vier weitere Sterne, die im Fernglas unsichtbar bleiben.<\/p>\n<p><em><strong>\u03b4 Lyrae<\/strong><\/em> ist ein optischer Doppelstern. 10,5 Bogenminuten neben einem 5,6<sup>m<\/sup> hellen und 1080 Lichtjahre entfernten bl\u00e4ulichweisen Stern befindet sich ein etwa 900 Lichtjahre entfernter roter Riese. Dieser rote Riese ver\u00e4ndert seine Helligkeit regelm\u00e4\u00dfig, sie liegt zwischen 4,5 und 6,5<sup>m<\/sup>. Der Farbkontrast zwischen den beiden Sternen ist auff\u00e4llig. Ein Blick in die n\u00e4here Umgebung lohnt sich ebenfalls: Das Sternpaar markiert den offenen Sternhaufen Stephenson 1, der auch als \u03b4-Lyrae-Gruppe bezeichnet wird. Der 1000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen hat einen Durchmesser von etwa 20 Bogenminuten, was sechs Lichtjahren entspricht. Er ist mit 50 Millionen Jahren etwa so alt wie die Plejaden und bietet vor allem in lichtstarken Ferngl\u00e4sern einen h\u00fcbschen Anblick.<\/p>\n<p><strong><em>\u03b5 Lyrae<\/em><\/strong> ist auf jedem Beobachtertreffen ein beliebtes Objekt, um das Aufl\u00f6sungsverm\u00f6gen kleinerer Teleskope zu demonstrieren. \u03b5\u00b9 und \u03b5\u00b2 stehen 208 Bogensekunden auseinander, was etwa der Aufl\u00f6sungsgrenze des blo\u00dfen Auges entspricht. \u03b5\u00b9 ist der n\u00f6rdlichere der beiden Sterne, die mit 5,0 und 5,2<sup>m<\/sup> ann\u00e4hernd gleich hell sind. \u03b5 Lyrae ist 160 Lichtjahre entfernt, die beiden Sterne sind also 0,2 Lichtjahre voneinander getrennt.<\/p>\n<p>Im Teleskop k\u00f6nnen Sie ab etwa hundertfacher Vergr\u00f6\u00dferung erkennen, dass jeder der beiden Sterne noch einen engen Begleiter hat. Als Vierfachstern in der Leier oder als \u201eDouble Double\u201c geh\u00f6rt er zu den bekanntesten Doppelsternen und wird immer wieder gerne als Testobjekt f\u00fcr kleine Teleskope genutzt. Der hellste Stern k\u00f6nnte sogar ein spektroskopischer Doppelstern sein, allerdings ist das noch nicht sicher.<\/p>\n<p><em><strong>\u03b6 Lyrae<\/strong><\/em> ist ein physischer Doppelstern, dessen Sterne 44 Bogensekunden auseinanderstehen. Er kann bereits mit siebenfacher Vergr\u00f6\u00dferung leicht getrennt werden. \u03b6 Lyrae steht in 155 Lichtjahren Entfernung, die beiden Einzelsterne sind 4,4 und 5,6<sup>m<\/sup> hell.<\/p>\n<figure id=\"attachment_324\" aria-describedby=\"caption-attachment-324\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M57.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-324\" alt=\"Der Ringnebel M57 bleibt im Fernglas ein unscheinbares Sternchen zwischen \u03b3 (links) und \u03b2 Lyrae (rechts). Erst im Teleskop erscheint er als Rauchring.\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M57.jpg\" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M57.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M57-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-324\" class=\"wp-caption-text\">Der Ringnebel M57 bleibt im Fernglas ein unscheinbares Sternchen zwischen \u03b3 (links) und \u03b2 Lyrae (rechts). Erst im Teleskop erscheint er als Rauchring.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das ber\u00fchmteste Objekt in diesem Sternbild ist <strong><em>M\u200957, der Ringnebel in der Leier<\/em><\/strong>. Er ist im Fernglas bestenfalls als unauff\u00e4lliges, 9,0<sup>m<\/sup> helles Sternchen zu erkennen, erst ab f\u00fcnfzehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung erscheint er allm\u00e4hlich fl\u00e4chig. Obwohl er zu den zu den sch\u00f6nsten planetarische Nebel geh\u00f6rt, die man im Teleskop beobachten kann, ist er auch in gro\u00dfen Ferngl\u00e4sern bestenfalls ein schwieriges Objekt \u2013 die notwendige Vergr\u00f6\u00dferung liefert erst ein Teleskop. Die 1800 Lichtjahre entfernte Sternleiche ist nur etwa eine Bogenminute gro\u00df und liegt leicht s\u00fcdlich der Verbindungslinie von \u03b2 und \u03b3 Lyrae. Der wirkliche Durchmesser von M\u200957 betr\u00e4gt ein halbes Lichtjahr, wobei der Nebel sich mit etwa 18 km\/s ausdehnt. Er entstand vor etwa 20\u2009000 Jahren.<\/p>\n<p>Der f\u00fcnf Bogenminuten gro\u00dfe Kugelsternhaufen <strong><em>M\u200956<\/em><\/strong> ist etwas einfacher zu beobachten als M\u200957 und erscheint als 8,3<sup>m<\/sup> heller, strukturloser Lichtfleck. Er liegt etwa auf halber H\u00f6he zwischen \u03b2 Cygni (Albireo) und \u03b3 Lyrae in einer sternreichen Region. 32\u2009000 Lichtjahre trennen uns von ihm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leier mit dem hellen Hauptstern Wega ist ein kleines aber markantes Sternbild. Die Deep-Sky-Objekte in der Leier sind vor allem im Teleskop reizvoll, daf\u00fcr bieten die hellen Sterne einiges f\u00fcr das Auge. \u03b1 Lyrae (Wega) ist nur 25 Lichtjahre entfernt und ein sehr junger Stern, der noch von einer Staubscheibe umgeben ist, aus der &hellip; <a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=323\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Leier<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":305,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-323","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":325,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/323\/revisions\/325"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/305"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}