{"id":301,"date":"2014-04-13T14:53:56","date_gmt":"2014-04-13T12:53:56","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=301"},"modified":"2014-04-17T10:13:51","modified_gmt":"2014-04-17T08:13:51","slug":"wasserschlange","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=301","title":{"rendered":"Wasserschlange"},"content":{"rendered":"<p>Die Wasserschlange ist das gr\u00f6\u00dfte Sternbild. Sie ist jedoch nur schwer zu beobachten \u2013 einerseits besteht sie fast nur aus lichtschwachen Sternen, andererseits schl\u00e4ngelt sie sich von Mitteleuropa aus betrachtet in Horizontn\u00e4he entlang. Lediglich \u03b1 Hydrae ist mit 2,0<sup>m<\/sup> auff\u00e4llig. Er wird entweder als Alphard (der Alleinstehende) oder als Cor Hydrae (Herz der Schlange) bezeichnet. Da das Sternbild sowohl abseits der Milchstra\u00dfenebene liegt als auch fern der galaxienreichen Region des Virgo-Haufens, enth\u00e4lt es auch f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Teleskope vergleichsweise wenige interessante Objekte.<\/p>\n<p>Der <strong><em>Kopf der Schlange<\/em><\/strong> ist ein Asterismus aus sechs helleren Sternen. Obwohl sie an einen Sternhaufen erinnern, stehen sie nur zuf\u00e4llig in der selben Blickrichtung. Die einzelnen Sterne sind zwischen 100 und 400 Lichtjahren entfernt. Bei einem Durchmesser von f\u00fcnf Grad passen sie noch gut in das Gesichtsfeld eines Fernglases. Mit Helligkeiten zwischen 3,1 und 4,4<sup>m<\/sup> sind sie auch f\u00fcr das blo\u00dfe Auge deutlich zu sehen. \u03b5 Hydrae ist der n\u00f6rdlichste Stern dieses Asterismus und ein Mehrfachstern, zu dem insgesamt f\u00fcnf Sterne geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong><em>27 Hydrae<\/em><\/strong> ist ein optischer Doppelstern, der mit einem Abstand von fast vier Bogenminuten gut zu trennen ist. Der Hauptstern ist eine 244 Lichtjahre entfernte gelbe Sonne mit 4,9<sup>m<\/sup>, neben der ein 7,0<sup>m<\/sup> heller, rein wei\u00dfer Stern in 202 Lichtjahren Entfernung steht. 27 Hydrae ist leicht zu finden, wenn man ihn etwa zwei Grad s\u00fcdwestlich von Alphard sucht.<\/p>\n<p><strong><em>R Hydrae<\/em><\/strong> wird seit 1704 beobachtet, seitdem hat sich die Periode des Mira-Sterns von 500 auf 389 Tage verk\u00fcrzt. Der 330 Lichtjahre entfernte Stern ist zwischen 3,5 und 10,9<sup>m<\/sup> hell, im Maximum ist er somit f\u00fcnfhundert mal heller als unsere Sonne. Als er 1704 entdeckt wurde, waren nur zwei weitere langperiodische Ver\u00e4nderliche bekannt: \u03bf Ceti (Mira) und \u03c7 Cygni. Er befindet sich etwa 12 Grad s\u00fcdlich von Spica und ist am einfachsten zu finden, wenn man von dem 3,0<sup>m<\/sup> hellen \u03b3 Hydrae 2,5 Grad fast exakt nach Osten schwenkt.<\/p>\n<p><strong><em>U Hydrae<\/em><\/strong> geh\u00f6rt mit <strong><em>Y Canum Venaticorum<\/em><\/strong> in den Jagdhunden zu den hellsten Kohlenstoffsternen und erscheint sehr rot, da der hohe Kohlenstoffgehalt der Sternatmosph\u00e4re das blaue Licht schluckt. Im Lauf von 450 Tagen schwankt die Helligkeit des 530 Lichtjahre entfernten Sterns zwischen 4,7 und 6,2<sup>m<\/sup>. Der Stern befindet sich vier Grad nordwestlich von \u03bd Hydrae nahe der Grenze zum Sextant.<\/p>\n<p>Die leicht dreieckige Form von <strong><em>M48<\/em><\/strong> ist unter guten Sichtbedingungen bereits f\u00fcr das blo\u00dfe Auge erkennbar. Der 5,8<sup>m<\/sup> helle offene Sternhaufen hat ann\u00e4hernd doppelte Vollmondgr\u00f6\u00dfe und bildet mit Sirius (-1,1<sup>m<\/sup>) und \u03b5 Hydrae (3,4<sup>m<\/sup>) ein fast gleichseitiges Dreieck mit einer Kantenl\u00e4nge von 13 bis 15 Grad. Der 300 Millionen Jahre alte Sternhaufen enth\u00e4lt 80 Sterne, von denen etwa ein Dutzend gut aufgel\u00f6st werden kann, der Rest verschwimmt zu einem Schimmern. Ob es sich wirklich um M48 handelt, ist unklar \u2013 an den Koordinaten, die Messier 1771 festhielt, findet sich kein Objekt, das zu seiner Beschreibung passt. M48 befindet sich vier Grad s\u00fcdlich der urspr\u00fcnglichen Koordinaten und ist 2000 bis 3000 Lichtjahre entfernt.<\/p>\n<p><strong><em>M68<\/em><\/strong> ist ein 30\u2009000 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen, der trotz einer Helligkeit von 7,8<sup>m<\/sup> kein leichtes Objekt ist und nur als verwaschener Lichtfleck erscheint. Von s\u00fcdlicheren L\u00e4ndern aus soll er dennoch schon mit blo\u00dfem Auge beobachtet worden sein&#8230; Mit der Zeit k\u00f6nnte sich seine Sichtbarkeit aber verbessern: Er n\u00e4hert sich unserer Region der Milchstra\u00dfe mit 117 km\/s. Er ist am besten zu finden, wenn man die Linie zwischen \u03b4 und \u03b2 Corvi nach S\u00fcden verl\u00e4ngert. M\u200968 liegt auf dieser Linie etwa 3,5 Grad s\u00fcdlich von \u03b2 Corvi.<\/p>\n<p><strong><em>M83<\/em><\/strong> ist eine Spiralgalaxie mit einem ungew\u00f6hnlich hellen Kern, der bereits in einem 10\u2009\u00d7\u200950 zu erkennen ist. Die Spiralarme der Galaxie sind aber erst in Teleskopen mit mindestens 150 mm \u00d6ffnung zu erkennen. F\u00fcr die Helligkeit finden sich Angaben zwischen 7,6 und 8,4<sup>m<\/sup>. Damit geh\u00f6rt sie zu den hellsten Galaxien am S\u00fcdhimmel. Sie ist 12 Millionen Lichtjahre entfernt und geh\u00f6rt zur Centaurus-Galaxiengruppe.<\/p>\n<p><strong><em>Jupiters Geist (NGC 3242)<\/em><\/strong> ist mit 8,6<sup>m<\/sup> der hellste planetarische Nebel am Fr\u00fchlingshimmel und schon bei siebenfacher Vergr\u00f6\u00dferung als jupitergro\u00dfes Scheibchen zu erkennen. Der Zentralstern bleibt mit 12,1<sup>m<\/sup> unsichtbar, ist mit 60\u2009000 Grad aber sehr hei\u00df. Nur zwei planetarische Nebel sind heller als Jupiters Geist: Der Hantelnebel M27 im F\u00fcchschen und der Helix-Nebel NGC 7293 im Wassermann. Da er sehr weit s\u00fcdlich steht, ist er jedoch schwer zu beobachten.<\/p>\n<p>Als <strong><em>Noctua<\/em><\/strong> oder <strong><em>Nachteule<\/em><\/strong> wird seit etwa 200 Jahren eine kleine Gruppe aus f\u00fcnf Sternen im Osten der Wasserschlange bezeichnet. Da es sich nur um eine zuf\u00e4llige Gruppe von Sternen handelt, ist der Name allerdings wieder au\u00dfer Gebrauch gekommen. Die Sterne bilden einen zwei Grad langen Bogen und befinden sich drei Grad westlich von \u03c3 Librae (4,4<sup>m<\/sup>). Neben vier Sternen der Wasserschlange geh\u00f6rt auch der Stern 4 Librae in der Waage dazu. Die Sterne sind 5 bis 6<sup>m<\/sup> hell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wasserschlange ist das gr\u00f6\u00dfte Sternbild. Sie ist jedoch nur schwer zu beobachten \u2013 einerseits besteht sie fast nur aus lichtschwachen Sternen, andererseits schl\u00e4ngelt sie sich von Mitteleuropa aus betrachtet in Horizontn\u00e4he entlang. Lediglich \u03b1 Hydrae ist mit 2,0m auff\u00e4llig. 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