{"id":291,"date":"2014-04-13T14:45:58","date_gmt":"2014-04-13T12:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=291"},"modified":"2014-08-24T23:03:48","modified_gmt":"2014-08-24T21:03:48","slug":"loewe","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=291","title":{"rendered":"L\u00f6we"},"content":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 5000 Jahren wird dieses markante Sternbild mit einem L\u00f6wen identifiziert. Heute ist er vor allem f\u00fcr seine Galaxien bekannt. Mit dem etwa jupitergro\u00dfen Zwergstern Wolf 359 enth\u00e4lt der L\u00f6we den drittn\u00e4chsten Nachbarstern der Sonne. Er ist nur 7,6 Lichtjahre entfernt und mit 13,5<sup>m<\/sup> auch f\u00fcr Teleskope kein leichtes Ziel, im Fernglas bleibt er unbeobachtbar. Er befindet sich etwas mehr als zwei Grad westlich des 4,6<sup>m<\/sup> hellen \u03c7 Leonis.<\/p>\n<p><em><strong>\u03b1 Leonis (Regulus)<\/strong><\/em> ist der 1,4<sup>m<\/sup> helle Hauptstern des L\u00f6wen. Im Fernglas erscheint neben dem 77,5 Lichtjahre entfernten Stern ein nur 8,1<sup>m<\/sup> heller Begleiter in drei Bogenminuten Entfernung, der etwa in der selben Entfernung wie Regulus steht \u2013 dennoch d\u00fcrfte er nur um ein optischer Doppelstern sein.<\/p>\n<p>Als Hipparch im Jahr 130 vor Christus die Positionen von Regulus und Spica mit 200 Jahre \u00e4lteren babylonischen Beschreibungen verglich, schloss er aufgrund der ver\u00e4nderten Lage auf die Pr\u00e4zessionsbewegung der Erdachse. Die Bezeichnung Regulus (Kleiner K\u00f6nig) geht auf Nicolaus Kopernikus zur\u00fcck. Vorher wurde der Stern bereits als Cor Leonis (Herz des L\u00f6wen) oder als \u201ek\u00f6niglicher Stern\u201c bezeichnet, in babylonischer Zeit trug er den Namen \u201eAmil-galur\u201c, der \u201eHerrscher vor der Flut\u201c.<\/p>\n<p><strong><em>R Leonis<\/em><\/strong> ist ein 330 Lichtjahre entfernter Ver\u00e4nderlicher vom Mira-Typ, der erstmals 1782 von J. A. Koch in Danzig beobachtet wurde. Innerhalb von durchschnittlich 312,4 Tagen schwankt seine Helligkeit zwischen 5,4 und 10,5<sup>m<\/sup>. W\u00e4hrend der Maxima zeigt er eine deutliche Rotf\u00e4rbung.<\/p>\n<p><strong><em>M65, M66 und NGC 3628<\/em><\/strong> bilden eine sch\u00f6ne Galaxiengruppe zwischen \u03b8 und \u03b9 Leonis. Am einfachsten ist das Zentrum der 9,7<sup>m<\/sup> hellen M66 zu erkennen. Unter optimalen Bedingungen k\u00f6nnen Sie bereits im 10\u2009\u00d7\u200950 mit indirektem Sehen das schwache Schimmern der Spiralarme erahnen. Auf Fotografien wird deutlich, dass die 32 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie sehr viel Staub enth\u00e4lt. M65 \u00e4hnelt M66, ist mit 10,1<sup>m<\/sup> aber lichtschw\u00e4cher. Sie steht 21 Bogenminuten westlich von M66 und ist 56 Millionen Lichtjahre entfernt. Beide Galaxien sind etwa neun Bogenminuten lang und vier Bogenminuten dick.<\/p>\n<figure id=\"attachment_292\" aria-describedby=\"caption-attachment-292\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M65_M66.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-292\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M65_M66.jpg\" alt=\"M\u2009\u200965 und M\u2009\u200966 bilden gemeinsam mit NGC 3628 eine kleine Galaxiengruppe im L\u00f6we. M\u200966 ist unten in der Bildmitte, M\u200965 rechts daneben. Bei beiden Messier-Galaxien verlaufen die Spiralarme von oben nach unten. Die Edge-On-Galaxie NGC\u202f3628 ist als Strich in der oberen Bildh\u00e4lfte zu erkennen. \" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M65_M66.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M65_M66-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-292\" class=\"wp-caption-text\">M\u200965 und M\u200966 bilden gemeinsam mit NGC 3628 eine kleine Galaxiengruppe im L\u00f6we. M66 ist unten in der Bildmitte, M65 rechts daneben. Bei beiden Messier-Galaxien verlaufen die Spiralarme von oben nach unten. Die Edge-On-Galaxie NGC\u202f3628 ist als Strich in der oberen Bildh\u00e4lfte zu erkennen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein halbes Grad n\u00f6rdlich der beiden Galaxien befindet sich die schwache Spindel der immerhin 4\u2009\u00d7\u200914 Bogenminuten gro\u00dfen Edge-On-Galaxie NGC 3628. Durch ihre Ausdehnung ist die 10,4<sup>m<\/sup> helle Galaxie nur unter sehr guten Bedingungen noch im 10\u2009\u00d7\u200950 zu sehen, ansonsten bleibt sie Gro\u00dfferngl\u00e4sern oder Teleskopen vorbehalten.<\/p>\n<p>Die zweite bekannte Galaxiengruppe im L\u00f6we besteht aus <strong><em>M95, M96 und M105<\/em><\/strong>. Die 47 Millionen Lichtjahre entfernte M96 ist mit 9,2<sup>m<\/sup> das hellste Mitglied der Gruppe, die etwa auf der Verbindungslinie zwischen \u03b8 und \u03c1 Leonis zu finden ist. M95 befindet sich 42 Bogenminuten neben ihr und ist eine 10,6<sup>m<\/sup> helle Balkenspiralgalaxie.<\/p>\n<p>Beide Galaxien haben einen Durchmesser von etwa sieben Bogenminuten. Der Balken von M95 ist erst im Teleskop zu erkennen, dann wird auch ein Ring um die Galaxie erkennbar, durch den sie an den griechischen Buchstaben \u0398 erinnert. Ein Grad n\u00f6rdlich von M96 befindet sich die 36 Millionen Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie M\u2009105. Sie hat einen Durchmesser von 35\u2009000 Lichtjahren und erscheint 9,3<sup>m<\/sup> hell. In ihr befinden sich ein Gas- und ein Staubring, die unabh\u00e4ngig von der Rotation der Galaxis um eigene Achsen rotieren. Alle drei Galaxien erscheinen erst ab zehn- bis f\u00fcnfzehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung fl\u00e4chig, bei geringerer Vergr\u00f6\u00dferung ist nur der Kernbereich als verwaschener Stern sichtbar \u2013 indirektes Sehen erleichtert die Beobachtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 5000 Jahren wird dieses markante Sternbild mit einem L\u00f6wen identifiziert. Heute ist er vor allem f\u00fcr seine Galaxien bekannt. Mit dem etwa jupitergro\u00dfen Zwergstern Wolf 359 enth\u00e4lt der L\u00f6we den drittn\u00e4chsten Nachbarstern der Sonne. 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