{"id":284,"date":"2014-04-13T14:39:22","date_gmt":"2014-04-13T12:39:22","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=284"},"modified":"2014-04-23T22:26:38","modified_gmt":"2014-04-23T20:26:38","slug":"jungfrau","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=284","title":{"rendered":"Jungfrau"},"content":{"rendered":"<p>Die Jungfrau ist das zweitgr\u00f6\u00dfte Sternbild und dank der 1,0<sup>m<\/sup> hellen Spica gut zu finden. Die vielen Galaxien des 65 Millionen Lichtjahre entfernten Virgo-Haufens sind schwieriger zu beobachten und stellen auch f\u00fcr erfahrene Beobachter eine Herausforderung dar. Besitzer gro\u00dfer Teleskope finden in der Jungfrau f\u00fcnf Grad n\u00f6rdlich von \u03b3 Virginis auch den hellsten bekannten Quasar, der als Sternchen 13. Gr\u00f6\u00dfe erscheint.<\/p>\n<p><strong><em>RV Virginis<\/em><\/strong> ist ein Ver\u00e4nderlicher vom Mira-Typ mit einer extrem kurzen Periode: Nur rund 145,5 Tage liegen zwischen zwei Maxima. In dieser Zeit schwankt seine Helligkeit zwischen 6,2 und 12,0<sup>m<\/sup>. Solange er hell genug ist, kann man ihn 4,5 Grad s\u00fcdwestlich von Spica finden. Mira-Sterne sind alte, rote Riesensterne, die pulsieren. Mit dem Sterndurchmesser \u00e4ndert sich auch die Helligkeit.<\/p>\n<p><strong><em>M49<\/em><\/strong> ist die zweithellste elliptische Galaxie des Virgo-Haufens. Die 8\u2009\u00d7\u200910 Bogenminuten gro\u00dfe Galaxie ist 8,4<sup>m<\/sup> hell und im 7\u2009\u00d7\u200950-Fernglas recht gut zu sehen. Sie steht 3,5 Grad s\u00fcd\u00f6stlich des 4,9<sup>m<\/sup> hellen \u03c1 Virginis. M49 markiert das Zentrum der Virgo-Wolke, einer Untergruppe des Virgo-Galaxienhaufens.<\/p>\n<p><em><strong>M61<\/strong><\/em> soll mit indirektem Sehen bereits im 7\u2009\u00d7\u200935 zu erkennen sein, wenn der Himmel dunkel genug ist; im 10\u2009\u00d7\u200950 ist der hellere Kernbereich der sechs Bogenminuten gro\u00dfen Face-On-Galaxie sichtbar. Die Galaxie befindet sich f\u00fcnf Grad n\u00f6rdlich von \u03b7 Virginis und ist 10,1<sup>m<\/sup> hell. Bei geringer Vergr\u00f6\u00dferung erscheint sie lediglich als nebliger Stern, der nicht erkennen l\u00e4sst, dass man eine 110\u2009000 Lichtjahre gro\u00dfe und 36 Millionen Lichtjahre entfernte Balkenspirale beobachtet.<\/p>\n<p><em><strong>M84 und M86<\/strong><\/em> bilden eines der bekannteren Galaxienpaare. Bereits im 10\u2009\u00d7\u200950 lassen sie sich als zwei ovale Scheibchen mit je etwa f\u00fcnf Bogenminuten Durchmesser erkennen. Sie befinden sich f\u00fcnf Grad nordwestlich von \u03c1\u00a0Virginis. M84 ist die westliche der beiden Galaxien und 39 Millionen Lichtjahre entfernt. Es handelt sich um eine elliptische Galaxie mit einer Gesamthelligkeit von 9,1<sup>m<\/sup> und einem Durchmesser von 100\u2009000 Lichtjahren. Damit ist sie etwas kleiner und kompakter als die mit 8,9<sup>m<\/sup> eigentlich hellere M86 und besser zu erkennen, obwohl sie dunkler ist. M84 hat keine direkten Begleitgalaxien mehr. Wahrscheinlich ist sie vor langer Zeit mit ihnen verschmolzen, was ihre \u00fcberdurchschnittliche Gr\u00f6\u00dfe erkl\u00e4ren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die wahrscheinlich 53 Millionen Lichtjahre entfernte M86 hat einen Durchmesser von 140\u2009000 bis 175\u2009000 Lichtjahren und ist eine Zwischenform aus einer elliptischen und einer Spiralgalaxie. M86 zeigt eine Blauverschiebung, kommt also auf uns zu. M84 und M86 sind 20 Bogenminuten voneinander entfernt, jede von ihnen hat etwa 3000 Kugelsternhaufen.<\/p>\n<p>Die <em><strong>Sombrero-Galaxie M104<\/strong><\/em> l\u00e4sst bereits im 11\u2009\u00d7\u200980 den Staubg\u00fcrtel erahnen, der sich in der \u00c4quatorebene dieser Edge-On-Galaxie befindet und dem sie ihren Namen verdankt. Kleinere Ger\u00e4te zeigen unter guten Sichtbedingungen einen Nebelfleck, der zum Zentrum hin schnell heller wird. Die 8,0<sup>m<\/sup> helle Galaxie ist 8\u2009\u00d7\u20093 Bogenminuten gro\u00df und befindet sich 5,5 Grad nord\u00f6stlich von \u03b7 Corvi. Damit liegt sie fast 20 Grad s\u00fcdlich des Virgo-Haufens. Ob sie zu ihm geh\u00f6rt, ist unklar: \u00c4ltere Messungen ergaben eine Entfernung von 63 Millionen Lichtjahren, heute wird ihre Distanz nur noch mit 31 Millionen Lichtjahren angegeben. Im Jahr 1912 wurde bei ihr als erster Galaxie eine Rotverschiebung gemessen \u2013 elf Jahre, bevor die Entfernung der Andromedagalaxie M31 bestimmt und damit erstmals die Natur der Galaxien gekl\u00e4rt werden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jungfrau ist das zweitgr\u00f6\u00dfte Sternbild und dank der 1,0m hellen Spica gut zu finden. Die vielen Galaxien des 65 Millionen Lichtjahre entfernten Virgo-Haufens sind schwieriger zu beobachten und stellen auch f\u00fcr erfahrene Beobachter eine Herausforderung dar. 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