{"id":280,"date":"2014-04-13T14:36:12","date_gmt":"2014-04-13T12:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=280"},"modified":"2014-04-23T22:26:10","modified_gmt":"2014-04-23T20:26:10","slug":"jagdhunde","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=280","title":{"rendered":"Jagdhunde"},"content":{"rendered":"<p>Die Jagdhunde sind ein recht junges Sternbild, das erst im 16. oder 17. Jahrhundert eingef\u00fchrt wurde. Wie alle j\u00fcngeren Sternbilder des Nordhimmels ist es recht unauff\u00e4llig. Vor allem f\u00fcr Galaxienfreunde bieten die Jagdhunde viele lohnende Ziele.<\/p>\n<p><strong><em>Y Canum Venaticorum<\/em><\/strong> erscheint als tiefroter Stern, da er eine sehr kohlenstoffreiche Atmosph\u00e4re hat, die den blauen Teil des Lichts schluckt. Daher ist der k\u00fchle rote Riesenstern anhand seiner Farbe leicht zu identifizieren, obwohl es nur wenige hellere Sterne in seiner Umgebung gibt. Seine Helligkeit schwankt zwischen 4,8 und 6,4<sup>m<\/sup>, zwischen zwei Maxima liegen durchschnittlich 157 Tage. 710 Lichtjahre trennen uns von dem Stern, der seit dem 19. Jahrhundert auch \u201eLa Superba\u201c (die \u00dcberragende) genannt wird.<\/p>\n<p>Der 5,9<sup>m<\/sup> helle <strong><em>M3<\/em><\/strong> geh\u00f6rt zu den drei hellsten Kugelsternhaufen am Nordhimmel. In 34\u2009000 Lichtjahren Entfernung bilden mehr als 45\u2009000 Sterne eine 150 Lichtjahre durchmessende Kugel, die erst mit einem Teleskop in Einzelsterne aufgel\u00f6st werden kann. Im Fernglas erscheint der 15 Bogenminuten gro\u00dfe Kugelsternhaufen nur als verwaschener Stern. Obwohl M3 etwa 10 Milliarden Jahre alt ist, enth\u00e4lt er dunkle Regionen, die auf Nebel zur\u00fcckgehen. Aufgrund seines Alters sollte er eigentlich keine Gaswolken mehr enthalten. Er enth\u00e4lt au\u00dferdem ungew\u00f6hnlich viele junge, blaue Sterne, auch die Zahl der Ver\u00e4nderlichen ist ungew\u00f6hnlich hoch.<\/p>\n<p>Das als <strong><em>Whirlpool-Galaxie<\/em><\/strong> bekannte Paar <strong><em>M51<\/em><\/strong> ist vielleicht das am h\u00e4ufigsten fotografierte Galaxienpaar. Ihr Anblick entt\u00e4uscht daher auch in gro\u00dfen Teleskopen regelm\u00e4\u00dfig. Im Fernglas k\u00f6nnen Sie immerhin ein schwaches Schimmern achter Gr\u00f6\u00dfe mit einem stern\u00e4hnlichen Kern erkennen, das 3,5 Grad s\u00fcdwestlich des \u00e4u\u00dfersten Deichselsterns des Gro\u00dfen Wagens (\u03b7 Ursae Majoris) zu finden ist. Etwa ab zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung ist die Begleitgalaxie NGC 5195 als \u201eBeule\u201c zu erkennen. Die Spiralstruktur wurde erstmals 1845 von Lord Rosse in einem 72-Zoll-Teleskop erkannt, damit ist M51 der erste Spiralnebel, der jemals als solcher erkannt wurde. Noch bis 1923 galt die 11 Bogenminuten gro\u00dfe Galaxie als rotierender Gasnebel, aus dem ein Stern mit Planetensystem entsteht. Erst mit den Beobachtungen in der Andromedagalaxie durch Edwin Hubble 1923 wurden die Spiralnebel als Galaxien mit Milliarden von Sternen erkannt.<\/p>\n<p>M51 ist die gr\u00f6\u00dfere der beiden und wird von der kleineren NGC 5195 umkreist. Zuletzt kamen die beiden Galaxien sich vor 56 Millionen Jahren am n\u00e4chsten, zurzeit steht NGC 5195 hinter M51. Eine Br\u00fccke aus Sternen verbindet die beiden Galaxien.<\/p>\n<figure id=\"attachment_282\" aria-describedby=\"caption-attachment-282\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M51-DSS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-282\" src=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M51-DSS.jpg\" alt=\"Das Galaxienpaar M\u200951\/NGC 5195 in den Jagdhunden ist eines der bekanntesten Galaxienpaare.\" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M51-DSS.jpg 400w, http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/M51-DSS-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-282\" class=\"wp-caption-text\">Das Galaxienpaar M\u200951\/NGC 5195 in den Jagdhunden ist eines der bekanntesten Galaxienpaare.<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>M94<\/strong><\/em> liegt etwa auf halbem Weg zwischen \u03b1 und \u03b2 Canum Venaticorum und ist recht unauff\u00e4llig. Mit 8,2<sup>m<\/sup> ist sie nicht allzu hell; da sie nur 10\u2009\u00d7\u200912 Bogenminuten gro\u00df ist, kann man sie trotzdem recht gut erkennen \u2013 die Helligkeit verteilt sich auf keine allzu gro\u00dfe Fl\u00e4che. Das meiste Licht der 30\u2009000 Lichtjahre durchmessenden Galaxie stammt aus dem Kern, erst bei h\u00f6herer Vergr\u00f6\u00dferung erscheint sie daher nicht mehr nur als Stern, der von einem leichten Schimmern umgeben ist. 21 Millionen Lichtjahre trennen uns von ihr.<\/p>\n<p><em><strong>M106<\/strong><\/em> ist im 10\u2009\u00d7\u200950-Fernglas als recht ausgedehntes Schimmern westlich eines 6m hellen Sterns zu erkennen. Zumindest der hellere Kern der 8\u2009\u00d7\u200918 Bogenminuten gro\u00dfen Galaxie sollte zu erkennen sein. Da sie recht gro\u00df ist, erscheint sie aber dunkler als die 8,3<sup>m<\/sup>, die sie laut Katalog hat. Es handelt sich um eine Balkenspiralgalaxie mit recht eng gewundenen Armen. Die 22 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie ist au\u00dferdem eine recht starke Radioquelle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jagdhunde sind ein recht junges Sternbild, das erst im 16. oder 17. Jahrhundert eingef\u00fchrt wurde. Wie alle j\u00fcngeren Sternbilder des Nordhimmels ist es recht unauff\u00e4llig. Vor allem f\u00fcr Galaxienfreunde bieten die Jagdhunde viele lohnende Ziele. 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