{"id":220,"date":"2014-04-13T13:53:36","date_gmt":"2014-04-13T11:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=220"},"modified":"2014-04-17T10:26:25","modified_gmt":"2014-04-17T08:26:25","slug":"sterne","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/freebook.fernglas-astronomie.de\/?page_id=220","title":{"rendered":"Sterne"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn mittlerweile die Durchmesser von einigen Sternen bestimmt werden konnten, bleiben sie im Teleskop doch nur Punkte. Oberfl\u00e4chenmerkmale k\u00f6nnen nicht direkt beobachtet werden. Allerdings k\u00f6nnen Sie schon aus dem Anblick im Fernglas einiges folgern. Genau wie unsere Sonne sind auch alle Sterne selbstleuchtende Gasb\u00e4lle, die ihre Energie aus der Kernfusion beziehen, die im Kern des Sterns bei mehreren Millionen Grad abl\u00e4uft. Das Licht, das wir von den Sternen sehen, stammt jedoch nicht direkt aus dem Zentrum der Sterne, sondern aus der so genannten Photosph\u00e4re, die gelegentlich auch vereinfacht als Sonnenoberfl\u00e4che bezeichnet wird. Die Gase der Photosph\u00e4re gl\u00fchen, wobei die Farbe von der Temperatur des Sterns abh\u00e4ngig ist. Ein etwa 6000\u00b0C hei\u00dfer Stern wie unsere Sonne leuchtet gelb, k\u00fchlere Sterne (3000-4000\u00b0) leuchten rot. Bei einer Oberfl\u00e4chentemperatur von rund 7000\u00b0 leuchten sie wei\u00df, und blaue Sterne haben Temperaturen zwischen 11\u2009000 und 40\u2009000\u00b0. Aus der Farbe kann man also auf die Temperatur eines Sterns schlie\u00dfen, und aus der Temperatur lassen sich erste R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Masse eines Sterns ziehen \u2013 f\u00fcr genauere Aussagen m\u00fcssen allerdings noch seine Entfernung oder seine absolute Helligkeit, die sich aus seiner Entfernung und seiner scheinbaren Helligkeit an unserem Nachthimmel ergibt, bekannt sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr sichere Aussagen muss man das Licht in seine Spektralfarben zerlegen. Massereiche Sterne verbrauchen ihren Wasserstoffvorrat sehr schnell, daher sind sie sehr hei\u00df und k\u00f6nnen schon nach einigen hundert Millionen Jahren ausgebrannt sein. K\u00fchlere Sterne wie unsere Sonne leuchten etwa elf Milliarden Jahre, und massearmen roten Zwergsternen gen\u00fcgt ihr Wasserstoffvorrat noch wesentlich l\u00e4nger. Im Lauf seines Lebens \u00e4ndert sich das Spektrum und damit auch die Farbe eines Sterns zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Die Farbe l\u00e4sst sich nur bei sehr hellen Sternen wahrnehmen, da das Auge niedrige Helligkeiten nur in Schwarz-Wei\u00df wahrnimmt. Dabei ist es hilfreich, die Sterne leicht unscharf zu beobachten, da das Licht dann auf einen gr\u00f6\u00dferen Teil der Netzhaut f\u00e4llt, was die Farbwahrnehmung erleichtert. \u00dcbrigens gibt es keine gr\u00fcnen Sterne: Sterne leuchten nicht nur in einer Farbe, sondern haben nur ein Helligkeitsmaximum bei einer bestimmten Farbe. Die \u00fcbrigen Farben sind zwar schw\u00e4cher, aber ebenfalls vorhanden. Da das Auge f\u00fcr das Farbensehen ein Bild aus drei Farben mischt, nehmen wir eigentlich gr\u00fcne Sterne nicht als gr\u00fcn wahr.<\/p>\n<p>Trotzdem wird gelegentlich von gr\u00fcnen Sternen berichtet \u2013 allerdings handelt es sich hier immer um Sterne in Doppelsternsystemen, sodass das Auge durch den Farbkontrast get\u00e4uscht wird und Gr\u00fcn sieht, wo eigentlich gar kein Gr\u00fcn ist. Die Farbwahrnehmung schwankt au\u00dferdem von Beobachter zu Beobachter, sodass sich f\u00fcr viele Sterne verschiedene Beschreibungen finden. Vor allem helle Sterne, die dicht am Horizont stehen, erscheinen zus\u00e4tzlich farbig, da ihr Licht durch die Erdatmosph\u00e4re gebrochen und in seine Spektralfarben zerlegt wird \u2013 um die wirklichen Farben zu sehen, m\u00fcssen Sie warten, bis der Stern hoch \u00fcber dem Horizont steht.<\/p>\n<p>Die scheinbare Helligkeit der Sterne gibt keinen Aufschluss dar\u00fcber, wie hell sie in Wirklichkeit sind. Bereits aus zehn Lichtjahren Entfernung w\u00e4re unsere Sonne kaum noch zu erkennen. Die meisten Sterne, die wir am Nachthimmel sehen, sind sehr weit entfernte und sehr leuchtstarke Riesensterne, deren Durchmesser den der Sonne um ein Vielfaches \u00fcbertrifft. Beteigeuze (\u03b1 Orionis) in 30 Lichtjahren Entfernung zum Beispiel hat einen Durchmesser, der etwa dem der Bahn der Erde um die Sonne entsprechen d\u00fcrfte. Umgekehrt sind viele sonnennahe Sterne so lichtschwach, dass sie erst in einem gro\u00dfen Teleskop entdeckt werden k\u00f6nnen. Erst im Jahr 2003 wurde zum Beispiel der nur sieben bis zehn\u00a0 Lichtjahre entfernte Teegardens Stern entdeckt \u2013 mit 15,4<sup>m<\/sup> ein sehr unauff\u00e4lliges Objekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn mittlerweile die Durchmesser von einigen Sternen bestimmt werden konnten, bleiben sie im Teleskop doch nur Punkte. Oberfl\u00e4chenmerkmale k\u00f6nnen nicht direkt beobachtet werden. 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